Heinrich Heß (Alpinist)

Heinrich Heß (* 29. Dezember 1857; † 12. August 1946 in Wien) war ein österreichischer Alpinist und Führerautor und gilt als der Erschließer des Gesäuses.

Heinrich Hess.jpg

Bedeutung erlangte Heinrich Heß als Verfasser des ersten Gesäuseführers, der in seinem Erscheinungsjahr 1884 der erste deutschsprachige Führer für ein Alpengebiet gewesen ist. Bis 1954 folgten insgesamt zehn Auflagen, spätere gemeinsam mit Eduard Pichl. Erst 1988, also mehr als hundert Jahre nach dem ersten Erscheinen, konnte Willi End eine vollständige Neubearbeitung des Gesäuseführers als Alpenvereinsführer vorlegen und eine jahrzehntelange Lücke in der Führerliteratur schließen.

Die Hesshütte im Gesäuse ist nach Heinrich Heß benannt.

Erstbesteigungen

  • Peternpfad auf die Planspitze am 11. Juni 1877, als erster Tourist geführt von Andreas Rodlauer
  • Wasserfallweg im Urzustand, ohne die danach angebrachten Versicherungen, ebenfalls auf die Planspitze, am 5. Juli 1877 als erster Tourist
  • Kleiner Buchstein Nordostgipfel (1985 m ü. A.) am 29. August 1877 mit E. Gerstenberg und Andreas Rodlauer

Darüber hinaus führte Heß zahlreiche frühe Begehungen in den Gesäusebergen durch.

Veröffentlichungen

Der Hochtourist in den Ostalpen ist ein mehrbändiges Werk, das er ab 1894, gemeinsam mit Ludwig Purtscheller herausgab. Dieses in der Reihe Meyers Reisebücher erschienene Buch war über Jahrzehnte ein Standardwerk der ostalpinen Führerliteratur. Außerdem redigierte er von 1889 bis 1920 die Mittheilungen des DAV und OeAV und die Zeitschrift des DOeAV (Jahrbuch).

Weblinks