Johann Christoph Ferdinand Graf von Mallenthein

Johann Christoph Ferdinand Graf von Mallenthein (* 1682; † 1749) war ein österreichischer Adeliger und Textilunternehmer.

Groß-Siegharts im Waldviertel, damals ein Dorf mit etwa 20 Häusern und einem Rittersitz, der seit 1681 den aus Kärnten stammenden Grafen von Mallenthein gehörte, sollte nach den ehrgeizigen Plänen Johann Christophs ein Zentrum der Textilindustrie, speziell der Baumwollverarbeitung, mit über 1000 Häusern werden. Zu diesem Zweck warb er Facharbeiter aus Schwaben, Mähren und Sachsen an und errichtete 200 Arbeiterhäuser. 1725 gründete er zusammen mit der Ostindischen Handelskompanie in Ostende die erste Textilfaktorei, die die Handelskompanie belieferte.

Im Zusammenhang mit Mallentheins ehrgeizigen Plänen wurde ab 1723 auch eine große und prächtige Pfarrkirche in Groß-Siegharts errichtet, mit Deckenfresken von Carlo Carlone, der auch für Prinz Eugen von Savoyen arbeitete. Mallenthein baute auch das Schloss großzügig aus und erlangte 1727 das Marktrecht für Groß-Siegharts. 1727 war allerdings auch das Jahr, in dem die kaiserliche Ostender Kompanie aufgrund britischen Drucks (und als Gegengeschäft zur britischen Anerkennung der Pragmatischen Sanktion) stillgelegt werden musste. Mallenthein verarmte. Sein Anstoß förderte aber über Jahrhunderte die textilindustrielle Ausrichtung der Region.

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