Jordaki Wassilko von Serecki

Jordaki Baron Wassilko von Serecki (1855)
Anna geb. Pulcheria von Kalmucki (1855)

Jordaki Freiherr Wassilko von Serecki (* 4. März 1795 in Berhometh; † 6. November 1861 ebenda) war ein österreichisch-rumänischer Großgrundbesitzer, Politiker, erbliches Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrats aus der Familie Wassilko.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Jordaki wurde von Privatlehrern erzogen und verwaltete nach dem Tod seines Vaters Basil Ritter von Wassilko (1761-1825) seinen Besitz. In Rohozna heiratete er am 15. November 1826 Anna Pulcheria von Kalmucki (* 3. November 1811 in Rohozna/Bukowina; † 22. August 1895 in Czernowitz).[1]

Jordaki wurde mit Allerhöchster Entschließung von Kaiser Franz Joseph I. am 14. Juli 1855 mit dem Adelsprädikat „von Serecki“ in den österreichischen Freiherrenstand erhoben.[2][3] Der Freiherrentitel galt für ihn und seine leiblichen Nachfahren. Als einer der ersten Grundbesitzer ließ er 1837 deutsche Familien in der Bukowina an der Mihodra bei Berhometh siedeln. Er verpachtete Grund und verlieh Holzrechte für zu dieser Zeit preisgünstige ein bis zwei Gulden im Monat.[4]

In den 1840er Jahren begann Jordaki mit dem Bau von Schloss Berhometh. Lopuszna (Lăpușna oder Lopușna), mit seinem „besonderen Wasser“, ließ er zum Heilbad ausbauen. Es wurde als solches stark aufgewertet, als am 3. und 4. August 1855 der designierte Kronprinz Karl Ludwig von Österreich zu Gast auf Schloss Berhometh war und das Bad besuchte. Er gestattete, den dortigen Heilbrunnen „Carl-Ludwig-Brunnen“ zu nennen.[5]

Der Freiherr war bis 1861 langjähriger Abgeordneter des Bukowiner Landtags. Am 16. April 1861, nur wenige Monate vor seinem Tod, zog er als der erste und einzige Bukowinaer dieser Zeit „auf Lebenszeit“ in das neu instituierte Oberhaus des Österreichischen Reichsrates, das sogenannte Herrenhaus, ein.[6] Von seinen vier Söhnen setzte nur sein Sohn Alexander das Geschlecht fort. Er nannte das von ihm beantragte und 1888 errichtete Fideikommiss seinem Vater zu Ehren „Jordaki Freiherr von Wassilko-Serecki’sche Realfideicomiss“.

Besitztümer

Wappen

Wappen der Freiherren Wassilko von Serecki, Darstellung aus dem Adelsbrief vom 14. Juli 1855

1855: Ein blauer Schild, in welchem ein aufgerichteter Pfeil von einem mit der Sichel abwärtsgekehrten, und an jeder seiner Spitzen mit einem Sterne besetzten Halbmonde, alles golden. Auf dem Hauptrande des Schildes ruhet die goldene Freyherrnkrone auf welcher ein Turnierhelm ins Visier gestellt ist, von dem blaue, mit Gold unterlegte Helmdecken herabhängen. Den Helm ziert eine goldene Krone aus welchem ein natürlicher Pfauenwedel, zwei Reihen zu je fünf Federn, hervorgeht, welcher von einem goldenen Pfeil quer nach rechts hinter der mittelsten durchschossen ist.“[3]

Einzelnachweise

  1. Ahnenpass (III. Reich) der Eva Lucretia Fürstin zu Sayn-Wittgenstein, geb. Gräfin Wassilko von Serecki
  2. coresno.com, Collegium Res Nobilis Austriae: Der Adel der Bukowina
  3. a b Adelsbrief Jordaki Freiherr Wassilko von Serecki
  4. Raimund Friedrich Kaindl, Das Ansiedlungswesen in der Bukowina seit der Besitzergreifung durch Österreich: Mit besonderer Berücksichtigung der Ansiedlung der Deutschen. Mit Benützung der urkundlichen Materialien aus dem Nachlasse von F. A. Wickenhauser, Wien 1902
  5. Alfred Lindheim , Ritter von, „Erzherzog Carl Ludwig, 1833-1896. Ein Lebensbild, K.K. Hof- und Staatsdruckerei, 1897, S. 47-48
  6. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Die Habsburgermonarchie: 1848-1918. Verfassung und Parlamentarismus: Band 2; Band 7, Ausgabe 2, S. 2183

Literatur

  • Die Gothaischen Genealogischen Taschenbücher des Adels S-Z, S. 606, GB 1919
  • Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser Teil B, S. 536-537, 114. Jahrgang, 1941
  • Ion Nistor, Istoria Bucovinei, Editura Humanitas , Bucureşti 1991
  • Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag „Der Südostdeutsche“, München 1983
  • Alfred Lindheim , Ritter von, „Erzherzog Carl Ludwig, 1833-1896. Ein Lebensbild, K.K. Hof- und Staatsdruckerei, 1897
  • Ion Drăguşanul, Bucovina faptului divers, Vol. 1,2, Editura Bucovina Viitoare, Suceava, 2002