Karl Aiginger

Karl Aiginger (* 23. Oktober 1948) ist ein österreichischer Wirtschaftsforscher. Er ist seit 2005 Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), ist Gastprofessor an der Wirtschaftsuniversität Wien und Honorarprofessor an der Universität Linz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er studierte an der Universität Wien (1966–1974) und an der Purdue University (Indiana, USA, 1978). Am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) ist er seit 1970 tätig. Karl Aiginger ist Professor für Wirtschaftspolitik an der Wirtschaftsuniversität Wien und an der Universität Linz. Er war Visiting Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT, 1991) und an der University of California, Los Angeles (USA, 1997). Er lehrte als Professor an der Stanford Graduate School of Business (California, USA, 2002) und gab Vorträge an der Universität Changsha (Hunan, China). Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Arbeiten

Karl Aigingers Spezialgebiet ist die Industrieökonomie, er beschäftigt sich auch mit der Analyse der Industriepolitik, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit von Firmen, internationalen Wettbewerb und dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialmodell.[1][2][3][4][5] Er ist Gründer und Herausgeber des Journal of Industry, Competition and Trade (mit Marcel Canoy) und war Projektleiter der Wettbewerbsberichte der Europäische Kommission Direktorat Unternehmertum und Industrie.[6] Er evaluierte das finnische Innovationssystem im Auftrag der Regierung Finnlands und leitete die Systemevaluierung [7] der Österreichischen Forschungsförderung und -finanzierung im Auftrag der österreichischen Bundesregierung. Er war Aufsichtsrat der Holding Gesellschaft der Österreichischen Verstaatlichten Unternehmen (vgl. Verstaatlichung in Österreich).

Seine Arbeiten umfassen theoretische Abhandlungen über Unternehmensentscheidungen unter Unsicherheit [8] und Abhandlungen zu politiknahen Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit der Nationen (für die Europäische Kommission und die OECD). Er schrieb Beiträge für den Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen sowie den Reformdialog der österreichischen Bundesregierung.[9] In den letzten Jahren beschäftigte er sich zunehmend mit Ursachen und Folgen der Finanzkrise und wirtschaftspolitischen Strategien.[10][11][12][13][14]

Seit 2012 leitet er das vierjährige Forschungsprojekt "WWWforEurope - Ein Neuer Wachstumspfad für Europa".[15] Dies ist das größte sozioökonomische Projekt im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU. Es wird von der EU finanziert und vom WIFO koordiniert. Es ist ein zentrales wissenschaftliches Begleitprojekt zur Europa-2020-Strategie und soll Grundlage für eine dynamischere, ökologischere und sozialere Gesellschaft liefern.[16]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Aiginger, K., 2006, Das europäische Wirtschafts- und Sozialmodell, WIFO-Vorträge, Jänner 2006, Heft 97/2006
  2. Aiginger, K. und. A. Guger, 2006, The European Socio-Economic Model, in Giddens, A., Diamond, P., Liddle, R. (eds.), Global Europe, Social Europe, Polity Press, Cambridge, United Kingdom, pp. 124-150
  3. Aiginger, K. und A. Guger, 2006, The Ability to Adapt: Why It Differs between the Scandinavian and Continental European Models, Intereconomics, Review of European Economic Policy, Vol. 41, No. 1, January/February, pp. 14-23
  4. Aiginger, K., 2007, Copying with globalisation and unemployment: new challenges for the European Model, Growth versus Security - Old and New EU Member’s Quest for a New Economic and Social Model, Palgrave Macmillan
  5. Aiginger, K., 2008, The Swedish Economic Model: lessons to be learned”, in Lacina, L., Fidrmuc, J., Rusek, A. (eds.) Economic Performance of European Union: Issues, Trends and Policies, Palgrave Macmillan: Economics, Business and Management Division, Houndmills, Basingstoke, Hampshire
  6. Aiginger, K., 2000, Europe's position in quality Competition, European Commission, Enterprise Directorate-General, Enterprise DG Working Paper, Brussels
  7. Systemevaluierung der Österreichischen Forschungsförderung
  8. Aiginger, K., 1987, Production and Decision under Uncertainty, Habilitationsschrift, Blackwell.
  9. Vgl. Details zum Reformdialog der österreichischen Bundesregierung im Behördenspiegel vom 17.Nov. 2011
  10. Aiginger, K., 2012, A Systemic Industrial Policy to Pave a New Growth Path for Europe, WIFO Working Papers, 421/2012
  11. Aiginger, K. und M. Schratzenstaller, 2011, Consolidating the Budget under Difficult Conditions, Ten Guidelines Viewed Against Europe's Beginning Consolidation Programmes", Intereconomics, Vol. 46, No. 1, 2011, S. 36-42.
  12. Aiginger, K., 2010, The Great Recession versus the Great Depression: Stylized Facts on Siblings That Were Given Different Foster Parents, Economics, E-Journal, Vol. 4, 2010-18
  13. Aiginger, K., 2010, Das sozioökonomische System der USA: Vorteile, Probleme, Entwicklung, in Neue Gesellschaft, Frankfurter Hefte, 10
  14. Aiginger, K., 2011, Why Growth Performance Differed across Countries in the Recent Crisis: the Impact of Pre-crisis Conditions, Review of Economics and Finance, No. 4,
  15. Vgl. Pressemitteilung zum Projekt vom 28. Feber 2012.
  16. Vgl. Website der Europa-2020-Strategie