Karl Gottfried von Knobloch

Karl Gottfried von Knobloch (* 12. Oktober 1697 auf Glittehnen in Ostpreußen; † 25. Mai 1764 in Schweidnitz) war ein preußischer Generalmajor, Chef des Infanterieregiments Nr. 29 sowie Kommandant der Festung Schweidnitz. Er war Ritter des Pour le Mérite, Erbherr auf Thieresdorf, Schubkeimen und Wanghusen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft

Karl Gottfried war der Sohn von Johann Ehrhard von Knobloch und Euphosine von Tettau. Sein Bruder war der preußische Generalmajor Dietrich Erhard von Knobloch.

Militärkarriere

Knobloch kam zu den Jesuiten nach Rößel, wo er seine Erziehung erhielt. Im Juni 1713 ging er in preußische Dienste und kam zu dem in Bartenstein stationierten Infanterieregiment „Anhalt-Zerbst“ Nr. 8.

Dort war er zunächst drei Monate gemeiner Soldat, danach wurde er zum Junker ernannt. Er solcher nahm er während des Pommernfeldzug 1715/16 an der Belagerung von Stralsund teil. Am 2. September 1717 wurde er Fähnrich, am 27. Dezember 1720 Secondeleutnant und am 13. August 1723 Premierleutnant. Im Jahr 1724 ging er als Werber nach Holstein, was er zur allgemeinen Zufriedenheit erledigte. Am 13. Juli 1728 wurde er zum Stabshauptmann ernannt und wieder auf Werbung geschickt. 1733 hatte er das Pech sich den Fuß zu brechen. Da der Bruch schlecht heilte, ließ er sich den Fuß nach fünf Wochen erneut brechen. Zu seinem Glück verheilte die Verletzung nun besser. Im Mai 1735 erhielt Knobloch seine eigene Kompanie und im Jahr darauf 1736 wurde er in die Schweiz zur Werbung geschickt, was auch sehr erfolgreich war.

Im Ersten Schlesischen Krieg wurde er im Heerlager Brandenburg stationiert, das 1741 unter Leopold von Anhalt-Dessau eingerichtet wurde. 1742 kam er zur Armee des Königs in Schlesien. So nahm er am 17. Mai 1742 an der Schlacht bei Chotusitz teil. Am 2. Juni 1742 wurde er Major. Im Zweiten Schlesischen Krieg kämpfte er bei Hohenfriedberg.

Am 31. Dezember 1750 wurde er Oberstleutnant und am 13. September 1753 Oberst. In der Schlacht bei Groß-Jägersdorf führte er am ein eigene Brigade. Am 30. April 1758 übernahm er als Generalmajor das Infanterieregiment „Schulze“ Nr. 29. Im Juni 1758 besetzte er Freiberg und erhielt er eigenes Korps. Mit dem Korps besetzte er im Februar 1759 Erfurt und drang bis Bamberg vor. Im Juli 1758 kam er zurück zur Armee des Königs und am 12. August führte er wieder eine Brigade. Dieses Mal in der Schlacht bei Kunersdorf. Die Brigade bestand aus jeweils zwei Bataillonen des Infanterieregiments „Prinz Heinrich“ Nr. 35 und des Infanterieregiments „von Golz“ Nr. 24. In der Schlacht traf Knobloch ein Kugel in das rechte Auge. Er wurde nach Stettin gebracht und operiert, wobei im die Kugel durch das rechte Kinnbacke raus geschnitten wurde. Obwohl er noch sehr geschwächt war, wollte er im Frühjahr 1760 wieder zur Armee des Königs. Aber dieser schickte ihn wieder zurück und als die Wunde von Knobloch wieder aufbrach, ging dieser nach Berlin. Als die Russen und Österreicher im Siebenjährigen Kriegen dort hin verstießen, versuchte Knobloch zusammen mit Lehwaldt und Seydlitz die Verteidigung zu organisieren. Aber die Verteidiger mussten sich in die Zitadelle Spandau zurückziehen.

1761 kam er wieder zur Armee des Königs und erhielt ein eigenes Korps, mit dem er in Schlesien gegen die Österreicher operierte. Als die Russen und Tschernyschew (Czernichef) die Stadt Breslau bedrohten, stellte er sich der Armee erfolgreich entgegen. Er kam dann wieder zur Armee des Königs, die sich dann im Lager bei Bunzelwitz verschanzte. Als der Lager aufgelöst wurde, ging Knobloch mit seinem Korps nach Polen und Pommern, um die dortigen feindlichen Truppen zu vertreiben.

Im September war er dann im Korps unter Generalleutnant Dubislaw von Platen, welches die russischen Magazine bei Koblin und Gostin vernichtete. Er kämpfte dann in Pommern bei Körlin und bei Spie, und vereinigte sich mit den Korps unter Eugen von Württemberg, welches das Belagerte Kolberg entsetzen sollte. Im Oktober wurde er mit der Garnison von Treptow an der Rega von russischen Truppen eingeschlossen und musste sich am 25. Oktober ergeben. Im April 1762 wurde er unter dem neuen Zar Peter III. wieder freigelassen.

Er ging wieder zur Armee des Königs in Schlesien, der ihm wieder eigene Truppen überließ. Am 14. Oktober 1762 wurde er Kommandant der Festung Schweidnitz. Im Januar 1764 besichtigte er die Reparaturarbeiten an der Festung, als sein Pferd stürzte. Es schien nur leicht verletzt, aber es wurde schlimmer. Am 24. Mai 1764 besuchte ihn der König am Krankenbett und am nächsten Tag verstarb Knobloch.

Familie

Knobloch war seit dem 10. Juni 1738 mit Sophia Louise Konstantine von Drost verheiratet, mit der er drei Söhne und zwei Töchter hatte.

  • Friedrich Wilhelm (* 13. Mai 1739; † 1817) Militär, Generaladjutant von Tauentzien ∞ N.N. von Börstel
  • Charlotte Amalie (* 10. August 1740) ∞ 22. Juli 1764 Friedrich Wilhelm von Klingsporn
  • Karl Gottfried Friedrich (* 24. November 1744) Militär
  • Anne Albertine Usuline (* 29. November 1746 † 9. November 1818) [1]
∞ 12. Januar 1765 Friedrich von der Groeben auf Wehlack
Friedrich Wilhelm Heinrich von Hausen (1739–1818)
  • Johann Friedrich Ferdinand (* 5. September 1748) Militär

Literatur

Einzelnachweise

  1. Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.], Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha , S. 558, Digitalisat