Nelken

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Nelken
Dianthus japonicus

Dianthus japonicus

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Caryophylloideae
Tribus: Caryophylleae
Gattung: Nelken
Wissenschaftlicher Name
Dianthus
L.
Illustration der Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)

Die Nelken (Dianthus) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Die Blütenpracht und den Duft der Nelken hat Carl von Linné im botanischen Namen Dianthus festgehalten, d. h. Zeus-Blume (altgriechisch Διός Diós für „Gott“, „Zeus“ und ἄνθος anthos für „Blume“, „Blüte“).

Beschreibung

Bei Nelken-Arten handelt es sich meist um ausdauernde, selten ein- (Dianthus armeria) oder zweijährige krautige Pflanzen. Manchmal bilden die Pflanzen Polster. Es werden kräftige Pfahlwurzeln und manchmal dünne oder kräftige Rhizome gebildet. Die aufrechten bis aufsteigend, einfachen oder verzweigten Stängel sind rund oder kantig. Typisch für alle Nelkengewächse ist die dichasiale Verzweigung. Die gegenständigen Laubblätter sind einfach. Blattstiele sind vorhanden oder fehlen. Die schmale, parallel- oder meist einnervige Blattspreite ist lineal, lanzettlich bis eiförmig.

Die Blüten stehen einzeln oder zu mehreren in endständigen, zymösen oder kopfigen Blütenständen zusammen. Die grünen bis trockenen Hochblätter sind paarweise vorhanden oder sie fehlen. Am Grunde der Blüten stehen ein bis drei Paare grüne bis trockene Deckblätter, die zu breiten Schuppen reduziert sein können.

Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig mit doppelten Perianth. Die Blüten mancher Arten duften. Die fünf grünen bis rötlichen Kelchblätter sind an ihrer Basis röhrig verwachsen Die Kelchröhre endet in fünf Kelchzähnen mit je drei bis acht Nerven; die Kelchzähne sind kürzer als die Kelchröhre. Die meist trockenen Ränder der Kelchzähne sind rot bis weiß. Die fünf genagelten Blütenkronblätter sind gewöhnlich gezähnt, gekerbt oder zerschlitzt. Die Farben der Kronblätter reichen von weiß über rosa und rot bis purpurfarben; manchmal sind sie gefleckt oder sie sind innen dunkler. Bei dieser Gattung ist nie eine Nebenkrone vorhanden; das unterscheidet sie von anderen verwandten Gattungen (Silene). Es sind zwei Kreise mit je fünf fertilen Staubblättern vorhanden; sie sind mit den Kronblättern zu einem „Karpophor“ verwachsen. An der Basis der Staubfäden sind Nektarien vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen mit vielen Samenanlagen. Die zwei freien, dünnen Stempel weisen eine Länge von 0,7 bis 6 mm auf. Die Narben sind papillös.

Fruchtstand von Dianthus caryophyllus

Die Blütenformel lautet: \star K_{(5)} \; C_5 \; A_{5+5} \; G_{\underline{(2)}}

Die im Kelch aufrecht stehende, gestielte Kapselfrucht ist eiförmig bis zylindrisch und das „Karpophor“ ist noch vorhanden. Die Kapselfrucht öffnet sich an der Spitze mit vier Zähnen oder kurzen Klappen und enthält 40 bis über 100 Samen. Die schwärzlich-braun Samen besitzen keine Flügel oder Anhängsel.

Verbreitungsgebiet

Nelken-Arten kommen in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel vor. Das Verbreitungsgebiet umfasst Eurasien (vom Balkan bis Zentralasien) und wenige südafrikanischen Arten. Besonders viele Arten kommen im Mittelmeergebiet vor. Von den sechs Arten ist nur Dianthus repens dort ursprünglich beheimatet. In vielen Teilen der Welt sind einige Arten invasive Pflanzen.

Feder-Nelke (Dianthus plumarius)

Nutzung

Einige Arten und besonders Hybriden werden als Zierpflanzen verwendet, vor allem die Garten- oder Landnelke (kurz „Nelke“ genannt), die Bart-, Feder-, Karthäuser- und die Heide-Nelke sowie die Chinesische Nelke (wissenschaftliche Namen siehe unten). Es gibt über 27.000 registrierte Sorten.

Sonstiges

Die Gewürznelke gehört trotz ihrer Namensgebung botanisch nicht zu dieser Gattung.

Bedeutung

Siehe auch: Landnelke#Symbolik

Weiße Nelken waren ab dem 15. Jahrhundert ein Zeichen der Ehe und der Liebe. Die rote Landnelke ist weltweit ein Symbol für den Sozialismus. Rote Nelken waren während der der französischen Revolution ein Widerstandssymbol der Adeligen, die mit der Guillotine hingerichtet wurden. Dieses Symbol wurde 1889 auf dem internationalen Sozialistenkongress in Paris durch die Anhänger der Arbeiterbewegung aufgegriffen, indem sie die rote Nelke im Knopfloch zu ihrem Erkennungssymbol machten. In Deutschland, vor allem in der DDR, war die rote Nelke ein Erkennungszeichen, das etwa zu feierlichen Anlässen am Revers getragen wurden. Aus diesem Grund war es im Westen Deutschlands in eher konservativ geprägten Familien nicht gern gesehen, wenn ein zukünftiger Schwiegersohn den Eltern seiner Freundin einen Strauß roter Nelken mitbrachte.

Die Nelke ist darüber hinaus auch ein Symbol der Freundschaft und des Körperreizes.[1]

Systematik

Die Gattung Dianthus gehört zur Tribus Caryophylleae in der Unterfamilie Caryophylloideae innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Synonyme für Dianthus L. sind: Caryophyllus Mill., Tunica Ludw. [2]

Arten (Auswahl)

Es gibt etwa 320 bis 600 Nelken-Arten (Dianthus):

  • Dianthus acicularis Fischer ex Ledebour
  • Alpen-Nelke oder Ostalpen-Nelke (Dianthus alpinus L.)
  • Sand-Nelke (Dianthus arenarius L.)
  • Rauhe Nelke (Raue Nelke) oder Büschel-Nelke (Dianthus armeria L.)
  • Bartnelke (Dianthus barbatus L.)
  • Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum L.)
  • Landnelke, auch Gartennelke genannt (Dianthus caryophyllus L.)
  • Chinesische Nelke (Dianthus chinensis L.)
  • Dianthus cinnamomeus Sm.
  • Hügel-Nelke (Dianthus collinus Waldst. & Kit.)
  • Heide-Nelke oder Delta-Nelke (Dianthus deltoides L.)
  • Dianthus elatus Ledebour
  • Dianthus fruticosus L.
  • Dianthus giganteus D'Urv., Neophyt in Deutschland durch Ansaat
  • Gletscher-Nelke (Dianthus glacialis Haenke)
  • Pfingst-Nelke auch Felsennägele oder Grenobler-Nelke (Dianthus gratianopolitanus Vill.)
  • Dianthus hoeltzeri C.Winkler
  • Montpellier-Nelke (Dianthus hyssopifolius L. s. str., Syn.: Dianthus monspessulanus L. subsp. monspessulanus)
  • Dianthus juniperinus Sm.
  • Dianthus kuschakewiczii Regel & Schmalhausen
  • Dianthus longicalyx Miquel
  • Hainburger Feder-Nelke (Dianthus lumnitzeri Wiesb.)
  • Dianthus orientalis Adams
  • Dianthus palinensis S.S.Ying
  • Kiefernadelblättrige Nelke (Dianthus pinifolius Sm.)
  • Feder-Nelke (Dianthus plumarius L.)
  • Pannonische Karthäuser-Nelke (Dianthus pontederae A.Kern.)
  • Dianthus pygmaeus Hayata
  • Dianthus ramosissimus Pallas ex Poiret
  • Dianthus repens Willdenow
  • Busch-Nelke (Dianthus seguieri Vill.):
    • Kahle Busch-Nelke (Dianthus seguieri subsp. glaber Čelak., Syn.: Dianthus sylvaticus Hoppe)
    • Seguier-Busch-Nelke (Dianthus seguieri Vill. subsp. seguieri)
  • Dianthus semenovii (Regel & Herder) Vierhapper
  • Spät-Nelke, Späte Feder-Nelke, Sand-Feder-Nelke oder Spätblühende Nelke (Dianthus serotinus Waldst. & Kit.)
  • Dianthus soongoricus Schischkin
  • Dianthus sphacioticus Boiss. & Heldr.
  • Dianthus strictus Banks & Solander
  • Pracht-Nelke (Dianthus superbus L.)
  • Dolomiten-Nelke (Dianthus sternbergii Sieber ex Capelli, Syn.: Dianthus monspessulanus subsp. waldsteinii (Sternb.) Nyman)
  • Stein-Nelke oder Wilde Nelke (Dianthus sylvestris Wulfen)
  • Dianthus tripunctatus Sm.
  • Dianthus turkestanicus Preobraschensky
  • Dianthus xylorrhizus Boiss. & Heldr.
  • Dianthus moravicus Kovanda (Mährische Nelke)

Bilder

Quellen

  • Richard K. Rabeler & Ronald L. Hartman: Dianthus in der Flora of North America, Volume 5: online (engl.)
  • Lu Dequan & Nicholas J. Turland: Dianthus in der Flora of China, Volume 6, Seite 102: Beschreibung (engl.)

Einzelnachweise

  1. Allgemeine deutsche Garten-Zeitung, Band 5. Passau: Friedrich Pustet 1827, S. 117.
  2. Dianthus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.

Weblinks

 Commons: Nelken – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien