Parscher Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut

Parscher Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut
Dachsituation über dem Altarraum

Die Pfarrkirche Parsch Zum Kostbaren Blut ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der Geißmayerstraße 6 im Stadtteil Parsch in der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Kirche

Eingebaut wurde die Kirche in einen nach 1866 errichteten Bauernhof, Weichselbaumgehöft genannt, welcher im Eigentum der Erzabtei St. Peter gestanden ist.

Die Aufgeschlossenheit der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut, der die Seelsorge der im Jahre 1948 errichteten Pfarre oblag, und der persönliche Einsatz von Pfarrer Pater Wilhelm Eisenbarth führte zu einer Planungsanfrage bei Architekt Clemens Holzmeister. Holzmeister empfahl die arbeitsgruppe 4, bestehend aus Wilhelm Holzbauer, Friedrich Kurrent und Johannes Spalt. So fanden junge Architekten Arbeit und schufen die erste neue Kirche der Moderne in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Neubau der Pfarrkirche von 1954 bis 1956 nach dem Entwurf von 1953 integriert einen niedrigen 3-schiffigen, 3jochigen, platzlgewölbten Bereich mit schlanken Granitsäulen des alten Gutshofes als Sitzbankbereich. Dahinter wird ein hoher Raum mit querlaufendem Satteldach als Altarraum genutzt, wobei die hintere Dachfläche verglast wurde. Der Altarraum wirkt durch den freien Raum, durch Höhe, Volumen und Licht. [1] [2] Der Blick durch die Dachverglasung in den Glockenstuhl und das darüberliegende Schrägdach erinnert an die Architektur von Talstationen, weshalb sich der Spitzname Seilbahnstation Gottes entwickelte. [3]

Bedeutende bildende Künstler wurden eingebunden, ein Kruzifix von Fritz Wotruba ist über dem Haupteingang, die Betonglasfenster sind von Josef Mikl, und Richard Kurt Fischer ritzte Zeichnungen Sündenfall und Taufe Christi nach Entwürfen von Oskar Kokoschka in den noch frischen Beton des Kirchenportals. Über dem Altar ist ein Kruzifix von Jakob Adlhart. Seitlich im Altarraum ist eine Figur Madonna um 1520.

Literatur

  • Otmar Lowitzer: Kirchenbauten in Österreich 1945 – 1970: Studien zum Kirchenbau im Spannungsfeld von Architektur-Strömungen, Liturgischer Bewegung und kirchlicher Kunstauffassung, Diss., Universität Wien, 2007, Seiten 72f.
  • Dehio Salzburg 1986 Pfarrkirche zum Hl. Blut in Partsch, Seite 671.

Weblinks

 Commons: Parscher Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Universität Wien Otmar Lowitzer: Kirchenbauten in Österreich 1945 – 1970, Diss. 2007, Seiten 72f, PDF 1,8 MB.
  2. Stadt Salzburg Archtour der Stadt Salzburg, abgerufen am 22. April 2009
  3. Rupertus Blatt Arbeiten am Glockenstuhl, Archivbericht ohne Jahresangabe, abgerufen am 4. Mai 2009

47.79944444444413.068722222222Koordinaten: 47° 47′ 58″ N, 13° 4′ 7″ O