Psychologische Mittwochs-Gesellschaft

Die Psychologische Mittwochsgesellschaft war der erste psychoanalytische Arbeitskreis. Er wurde im Herbst 1902 von Sigmund Freud in Wien gegründet und ist der Vorläufer der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. Die psychologische Mittwochsvereinigung traf sich regelmäßig Mittwochs abends um 20.30 Uhr in Freuds Praxis in der Berggasse 19 im 9. Wiener Bezirk. Ziel der Mittwochsgesellschaft war die Diskussion von psychoanalytischen Behandlungen und psychoanalytischen Theorien.

Geschichte

Die Psychologische Mittwochsgesellschaft traf sich erstmals 1902. Gründungsmitglieder waren Sigmund Freud, Wilhelm Stekel, Alfred Adler, Rudolf Reiter und Max Kahane. Ab 1906 wurden Protokolle vom Sekretär der Gruppe, Otto Rank, angefertigt. Am 8. April 1908 wurde die Mittwochsgesellschaft in einen Verein umgewandelt, der den Namen „Wiener Psychoanalytische Vereinigung“ annahm. Am 27. April 1908 wurde in Salzburg erstmals ein Kongress von der Gruppe abgehalten. Am 31. März 1910 ging aus der Mittwochsgesellschaft die Internationalen Psychoanalytische Vereinigung hervor. Insgesamt waren 150 Psychoanalytiker zeitweise Mitglieder der Mittwochsgesellschaft. Aus der Mittwochsgesellschaft gingen zahlreiche nationale Arbeitskreise hervor, die von Mitgliedern gegründet wurden, z.B. 1908 von Karl Abraham die Berliner Psychoanalytische Gesellschaft. Die Mittwochsgesellschaft wurde am 1. Oktober 1938 nach Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich aufgelöst. Von den letzten 50 Mitgliedern verließen 47 im Laufe des Jahres 1938 Wien.

Literatur

  • Elke Mühlleitner: Biografisches Lexikon der Psychoanalyse. edition diskord, Tübingen 1992. ISBN 3-89295-557-3
  • Hermann Nunberg, Ernst Federn: Protokolle des Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Band 1-4. S. Fischer, Frankfurt/Main 1976. ISBN 3-10-022737-9