Rannasee

Rannasee
Der Rannasee
Der Rannasee
Lage: Landkreis Passau, Niederbayern / Oberösterreich
Zuflüsse: Ranna, Stierbach, Schindelbach
Abflüsse: Ranna
Größere Orte in der Nähe: Wildenranna, Oberkappel
Rannasee (Bayern)
Rannasee
Koordinaten 48° 34′ 8″ N, 13° 45′ 38″ O48.56879113.76059Koordinaten: 48° 34′ 8″ N, 13° 45′ 38″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1977–1983
Höhe des Absperrbauwerks: 12,5 m
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche bei Vollstau: 20 ha
Speicherraum: 450.000 m³
Einzugsgebiet: 55 km²
Bemessungshochwasser: 100 m³/sdep1

Der Rannasee ist ein Stausee an der Ranna bei Wegscheid im niederbayerischen Landkreis Passau an der Grenze zu Österreich.

Seit 1967 plante man im Landkreis Wegscheid die Schaffung eines Badesees, um den Tourismus und die Naherholung zu fördern. Nach langer Planungszeit erfolgte im September 1977 drei Kilometer südwestlich von Wegscheid der erste Spatenstich. Da ein Teil des Sees auf österreichischem Staatsgebiet liegen sollte, war der Abschluss eines Staatsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Österreich notwendig.

1979 beschloss der Kreistag Vorsorgemaßnahmen, um die Möglichkeit für einen Kraftwerksbau offenzuhalten. In Notzeiten könnte durch ein hier gelegenes Kraftwerk mit 400.000 bis 500.000 Kilowattstunden der gesamte Landkreis Passau versorgt werden.

Am 3. Juni 1983 wurde der Rannasee einschließlich des Erholungszentrums offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Kosten für das neue Erholungsgebiet betrugen 15 Millionen DM. Es ist durch die Bundesstraße 388 gut zu erreichen. Die Erstellung des Stausees kostete 6,4 Millionen DM. Schon damals konnte man innerhalb einer Touristenzone die Grenze ohne Grenzpolizei und Zoll überschreiten. Seine größte Tiefe erreicht der See an der Staumauer mit achteinhalb Metern. In der Mitte des Rannasees liegt die Liebesinsel.

Zur Freizeitgestaltung stehen außer dem Badestrand zahlreiche Einrichtungen zur Verfügung, darunter Abenteuerspielplatz, Freispielfelder, Tennisplatten, Stockbahn, Tretboote, Kinderplantschbecken, Tiergehege und eine 120 Meter lange Wasserrutsche. Im Zentralgebäude befinden sich ein Gasthaus, sanitäre Einrichtungen und Umkleidemöglichkeiten.

Trotz des Baus von Abwasserleitungen und einer biologischen Kläranlage gab es wiederholt Probleme mit der Wasserreinhaltung, von der nicht zuletzt die österreichischen Anliegergemeinden, in die die Ranna abfließt, betroffen waren. Mit dem Bau einer neuen Kläranlage wurde im Frühjahr 2009 begonnen.[1]

Literatur

  • Ulrich Pietrusky, Donatus Moosauer: Der Bayerische Wald − im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 1985, ISBN 3-87553-228-7

Nachweise

  1. http://www.wwa-deg.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/doc/27_04_09.pdf