Schloss Erlach (Kallham)

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Schloss Erlach
Wasserschloss Erlach bei Kallham nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Wasserschloss Erlach bei Kallham nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Entstehungszeit: 1370 (erste urk. Erwähnung)
Burgentyp: Wasserschloss
Erhaltungszustand: seit 1862 abgekommen
Ort: Erlach, Gemeinde Kallham
Geographische Lage 48° 17′ 5,4″ N, 13° 41′ 21,9″ O48.28483685715613.689409017497Koordinaten: 48° 17′ 5,4″ N, 13° 41′ 21,9″ O
Schloss Erlach (Oberösterreich)
Schloss Erlach

Das ehemalige Wasserschloss Erlach befand sich im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Kallham im Bezirk Grieskirchen.

Geschichte

Erlach wird 1370 urkundlich erstmals erwähnt. Das Schloss war im Besitz der Grafen von Schaunberg, welche die „Vest ze Erlach“ durch Pfleger verwalten ließen. Der erste Pfleger war ein Hertlein Marschalich. Seit 1383 war Erlach auch Sitz des Landgerichtes und der jeweilige Pfleger war zugleich der Landrichter. Graf Heinrich von Schaunberg übergab 1383 den Besitz an seinen Schwiegersohn, den Grafen Heinrich von Abendsberg, als Heiratsgut. Unter den Schaunbergern waren folgende Pfleger in Erlach tätig: 1421 Kolomann Aichberger, 1433 Hans Zeller, 1445-1449 Ulrich Fuchslein, 1451 Wolfgang Vatersheimer, 1494 Wolf Pruckner, 1520 Leonhard Tallheimer, 1560 Leonhard Puchner.

Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Schaunberger erbten 1559 die Starhemberger (die Schaunbergerin Anna war mit Erasmus von Starhemberg verheiratet) Schloss Erlach und das Landgericht, verkauften es aber 1581 an Wolfgang Jörger, wobei die Jörgers Erlach bis 1638 besaßen. Auf die Jörger folgte Graf David Ungnad von Weißenwolf bzw. weitere Weißenwolfer (1638 bis 1812). Im Spanischen Erbfolgekrieg war Erlach 1702 vom Militär besetzt. Am 8. Februar 1703 verschanzte sich hier der bayerische Oberst Wendt, 1704 verbargen sich in dem gut befestigten Schloss (siehe dazu die Radierung von Georg Matthäus Vischer) Flüchtlinge.

Im 19. Jahrhundert kam der Besitz an den Graf Revertera von Tollet. 1862 wurde von ihm das Schloss an Mathias Mair verkauft, der es abtragen und den Teich zuschütten ließ. Im Jahre 1876 wurde Erlach aus der Landtafel gestrichen.

Schloss Erlach heute

Keller unterhalb des Schlosswirtes, angeblich zum Schloss Erlach gehörend

1929 kam Erlach an Michel Harrer. 1930 fiel der noch bestehende Meierhof einem Brand zum Opfer. Seit 1950 ist die Familie Reisinger Besitzer des wieder aufgebauten Maierhofes. Der Besitzer versicherte glaubhaft, dass beim Neubau des Bauernhofes keine Fundamente gefunden wurden, so dass die genaue Lokalisierung des Schlosses ungewiss ist. Ein Erdkeller soll zum Schloss gehört haben. Auch der Name Schlosswirt hat sich in Erlach erhalten.

Literatur

  •  Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt.. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.