Sperrgruppe Ponale

Die Sperrgruppe Ponale gehörte zur Festung Riva und somit zum System der österreichischen Festungswerke an der Grenze zu Italien. Sie bestand aus den drei kleinen Befestigungen: Batterie Bellavista (auch Strandbatterie genannt), der Straßensperre Ponale und der sogenannten Defensionsmauer.

Inhaltsverzeichnis

Batterie (Strandbatterie) Bellavista

Rechts neben dem gelben Boot die Batterie Bellavista

Hierbei handelte es sich um einen im Jahre 1909 erstellten Batterieblock in Betonbauweise mit in den Fels getriebenen Kavernen. Die Bewaffnung bestand aus vier 9-cm-Kasemattkanonen M 75/96 in Mittelpivotlafetten und zwei Scheinwerfern. Aufgabe war die Bestreichung des Seebereichs von Richtung Limone im Süden bis Torbole im Osten. Die Hangstraße in das Ledrotal lag jedoch im toten Winkel der Batterie und konnte durch deren Geschützfeuer nicht erreicht werden.

Die Batterie liegt direkt am westlichen Seeufer am Ortsausgang von Riva del Garda unterhalb der Straße nach Limone. Das Gebäude ist völlig unversehrt und wird heute als Restaurant genutzt.

(Koordinate: 45° 52′ 53″ N, 10° 50′ 18″ O45.88138888888910.838333333333)

Straßensperre Ponale

An der (alten) Straße zum Ledrotal hin wurde unterhalb des Monte di Riva im Jahre 1897 die Straßensperre Ponale gebaut. Es handelte sich um eine nicht permanent besetzte kleine Anlage, teilweise kaverniert, die zunächst nur mit einem Maschinengewehr M 93 ausgestattet war. 1913 oder 1914 wurde dieses gegen ein moderneres Maschinengewehr M 07/12 ausgetauscht. Die Sperre war infanteristisch in keine Kampfhandlungen verwickelt. Von ihr sind nur Reste vorhanden.

(Koordinate: 45° 52′ 14″ N, 10° 50′ 2″ O45.87055555555610.833888888889)

Defensionsmauer

Im Jahre 1915 wurde als zusätzliche Sicherung für die Straßensperre Ponale oberhalb der (alten) Straße zum Ledrotal ein Infanteriewerk errichtet, das die Bezeichnung Defensionsmauer trug.[1] Die Anlage saß unterhalb der Cima Capi und beherrschte den Ausgang des Val di Ledro hin zum Gardasee sowie die in das Tal führende Straße, die hier eine scharfe Rechtskurve macht und in drei Kehren unmittelbar unter der Stellung bergwärts führt.
Während des ganzen Krieges heftig umkämpft, erwies sich die Defensionsmauer als unüberwindliches Hindernis für die italienischen Angreifer.
Nach tagelangem, schwersten Artilleriebeschuss griffen die Italiener am 16. April 1916 die Sperre massiv an. Erst nach drei Tage ununterbrochenen, verlustreichen Angriffen konnte die Defensionsmauer am Abend des 19. April gegen noch ganze zehn lebende Verteidiger erobert werden. Noch während der Kämpfe hatten die Österreicher (u. a. Standschützen aus Sarnthein) begonnen, etwa 50 Meter zurück eine Reservestellung aufzubauen. Diese zweite Defensionsmauer hielt bis zum Kriegsende allen Angriffen stand.

Von der Defensionsmauer sind keine sichtbaren Reste mehr vorhanden.

(Koordinate: 45° 51′ 49″ N, 10° 49′ 53″ O45.86361111111110.831388888889)

Einzelnachweise

  1. Es handelte sich um eine Feldbefestigung – Defensionsmauer ist daher nicht wörtlich zu nehmen.
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Quellen

  • Erwin Anton Grestenberger: K.u.k. Befestigungsanlagen in Tirol und Kärnten 1860–1918. Verlag Österreich u. a., Wien 2000, ISBN 3-8132-0747-1.
  • Wilhelm Nußstein: Dolomiten. Österreichische Festungen in Oberitalien. Von den Sieben Gemeinden bis zur Flitscher Klause. Mittler, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0496-0, (Militärgeschichtlicher Reiseführer).
  • Kriegsarchiv Wien