Werk Colle delle benne

Werk Colle delle benne

Das Werk Colle delle benne (it. auch Forte San Biagio) war Teil des österreichisch-ungarischen Befestigungsriegels an der Reichsgrenze zu Italien und liegt auf einer Anhöhe nördlich des Lago di Levico in der heutigen Provinz Trient.

Es wurde in den Jahren zwischen 1880 und 1882 nach Plänen des damaligen k.u.k. Geniechefs, Feldmarschalleutnant Julius Ritter von Vogel noch in der bereits unmodern werdenden Bruchsteinbauweise errichtet. Mit seinem Schwesterwerk, dem Werk Tenna sperrte es das Valsugana Tal und sicherte die linke Flanke der Festung Trient.

Das Bauwerk hatte ursprünglich vier Stockwerke mit 47 Räumen (einschließlich des Kellergeschosses) und verfügte auf dem Verdeck der Panzerbatterie über zwei Geschützpanzerkuppeln und eine krenelierte Mauer um etwaige Infanterieangriffe aus der Richtung Busa Grande und Panarotta abwehren zu können. Das Werk galt 1914 als „teilweise granatsicher“ und „minder sturmfrei“, was bedeutete, dass es lediglich einem Beschuss aus leichten Feldkanonen und leichten Haubitzen würde eine gewisse Zeit standhalten können.

Die ursprüngliche Bewaffnung bestand aus:

2 Stück 15-cm-Panzermörsern M 80
4 Stück 12-cm-Minimalschartenkanonen M 80
Colle delle benne bei der Disarmierung 1915

Im Jahre 1914 waren die beiden Panzermörser durch 10-cm-Panzerhaubitzen M 5 ersetzt worden.
Die Besatzung bestand aus Detachements des k.k. Landesschützenregiments „Bozen“ Nr. II, und der Festungsartilleriebtaillone Nr. 1 und Nr. 8

Kurz nach Beginn des Krieges gegen Italien begann man, wegen der ungenügenden Beschusssicherheit der Anlage die beiden Geschützpanzerkuppeln und die Beobachtungspanzerkuppel auszubauen und in das in unmittelbarer Nachbarschaft neu errichtete Kavernenwerk „Busa Grande“ zu verbringen.

Das nicht in Kampfhandlungen verwickelt gewesene Bauwerk ist im Besitz der Gemeinde Levico Terme und relativ gut erhalten. Über dem Kehltor befindet sich noch die Original-Inschrift „Werk Colle delle benne“

Seit Frühjahr 2012 werden umfangreiche bauliche Sanierungsarbeiten durchgeführt.

Literatur

  • Erwin Anton Grestenberger: K.u.k. Befestigungsanlagen in Tirol und Kärnten 1860–1918. Verlag Österreich u. a., Wien 2000, ISBN 3-8132-0747-1.
  • Wilhelm Nußstein: Dolomiten. Österreichische Festungen in Oberitalien. Von den Sieben Gemeinden bis zur Flitscher Klause. Mittler, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0496-0, (Militärgeschichtlicher Reiseführer).

Weblinks

46.021119911.280942649Koordinaten: 46° 1′ 16″ N, 11° 16′ 51,4″ O