Steirisches Feuerwehrmuseum

Feuerwehrmuseum in Groß Sankt Florian

Das Steirische Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur in Groß Sankt Florian wurde im Mai 1995 als Dokumentations- und Präsentationsstätte der Geschichte und Entwicklung der steirischen Feuerwehren eröffnet. Ein wesentlicher Schritt war die Einrichtung einer Galerie, die ab 1997 kleinen aber feinen Kunstausstellungen Raum bot. Doch mit der internationalen Ausstellung „Rot in der russischen Kunst“, die Meisterwerke aus dem berühmten Staatlichen Museum St. Petersburg im Wert von über 50 Millionen Euro zeigte, gelang dem Museum 1999 der Durchbruch. Über 20.000 Besucher strömten in drei Monaten in das Museum. Damit war die explosive Mischung „Feuerwehr und Kunst“ geboren, die das Museum über die Grenzen der Steiermark hinaus bekannt gemacht haben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Idee entstand während der Feuerwehr-Wallfahrt 1986, als sich Feuerwehrmänner aus der Steiermark an dieser Gedächtnisstätte ihres Schutzpatrons trafen. Die Initiatoren, Landtagsabgeordneter Reinhold Purr, Bürgermeister Horst Punitgam und in weiterer Folge Bürgermeister Kurt Bauer konnten sowohl den steirischen Landesfeuerwehrkommandanten Karl Strablegg als auch Landeshauptmann Josef Krainer von dieser Idee begeistern, und so wurde 1988 in Groß-St. Florian der Markushof als zukünftiges Museumsgebäude gekauft und 1989 der Verein Steirisches Feuerwehrmuseum gegründet. Am 21. Mai 1995 das Museum nach Umbau- und Renovierungsarbeiten eröffnet und schon im ersten Jahr von mehr als 10.000 Besuchern frequentiert.

Das architektonische Konzept stammt von Manfred Wolff-Plottegg, das inhaltliche Museumskonzept von Harald Vetter. Für die Museumsarchitektur konnte nach einem Wettbewerb das Büro „Eichinger oder Knechtl“ gewonnen werden.

Ein wesentlicher Schritt war die Einrichtung einer Galerie, die ab 1997 Kunstausstellungen Raum bot. 1999 folgte die internationale Ausstellung „Rot in der russischen Kunst“, die Werke aus dem Staatlichen Museum St. Petersburg zeigte.

2004 haben sich das „Deutsches Feuerwehrmuseum“, die „Vorarlberger Museumswelt“ und das „Steirische Feuerwehrmuseum“ zu einem Museumsdreieck zusammengeschlossen, um Synergien zu nutzen vom gemeinsamen Archivierungsprogramm, über den Austausch von Objekten bis zur Konzipierung von Sonderausstellungen. 2007 wurde das Dreieck durch das „Oberösterreichische Feuerwehrmuseum“ zum Museumsquartett erweitert.

Sammlungen

Feuerwehr
Das Feuerwehrmuseum sammelt über Epochen hinweg und zum Teil auch überregional zielbewusst Realien, diese sachkundig verwaltet und daraus mit wissenschaftlichen Methoden die technische Entwicklung und humanistische Aufgabe der Feuerwehren erforscht und darstellt. Weiters sammeln wir Dokumente über das gesellschaftliche, ökonomische und soziale Umfeld, in welchem sich die Feuerwehrbewegung entwickeln konnte und in dem sie heute ihre Aufgabe zu erfüllen hat. Wir zeigen die Entwicklung der Feuerwehrtechnik in ihren wesentlichen Elementen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wir dokumentieren die ganze Bandbreite der feuerwehrlichen Tätigkeiten des Einzelnen, der Gruppen und Verbände, in der Gemeinde, im Bezirk, in der Region, im Land. Diese Komplexität bietet den Besuchern und Forschern entsprechende Vergleichsmöglichkeiten.

Helme
Herbert Pascottini war bis 1998 Oberbrandmeister der BF Graz. Dort baute er im Laufe der Jahre eine historische Schausammlung auf. Gleichzeitig sammelte er seit den 1960er Jahren Feuerwehrhelme aus aller Welt, darunter historische Stücke. 70 Helme dieser 300 Stücke umfassenden Sammlung wurden vom Steirischen Feuerwehrmuseum angekauft und werden in Sonderausstellungen im Museum präsentiert.

Römervilla Grünau
Im heutigen Gemeindegebiet von Groß-St. Florian, Ortsteil Grünau, wurde ab 1987 in zehnjähriger Grabungsarbeit die „Villa Grünau“ ausgegraben. Diese römische Villa stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und bot ca. 50 Bewohnern Platz. Warum diese im 3. Jahrhundert n.Chr. das Gebiet verlassen haben, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Unter den Funden ragt der Silberbecher von Grünau heraus. Es handelt sich um einen Becher von ca. 9 cm Durchmesser, der an der Außenseite in zwei Reliefs ein römisches Wagenrennen zeigt. Das Innere des Bechers ist mit Gold ummantelt.

Ausstellungen

  • 1999 Rot in der Russischen Kunst mit Werken von Chagall, Malewitsch und Kandinsky.
  • 2001 Ikona1. In Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum Graz wurden Werke aus dem Russischen Museum St. Petersburg gezeigt: Im Diözesanmuseum traditionelle Ikonen, im FM Beispiele der Fortsetzung der Ikonentradition bis zur Moderne mit Malewitsch und Kandinsky:
  • 2002 Ernst Fuchs – Retrospektive
  • 2004 Liebe, Tod und Leidenschaft; Russische Genremalerei, u.a. mit fünf Werken von Ilja Repin.
  • 2006 Todo Ecuador – Kunst aus der Mitte der Welt6. Gezeigt wurden Leihgaben aus dem Museo Banco Central in Quito, sowie von drei Künstlern Ecuadors, außerdem rund 125 archäologischen Exponate, die das schamanistische Weltbild der indigenen Tradition dieses Landes dokumentieren.
  • 2010 Sehnsucht Natur – die Landschaft im Spiegel der Zeit. Gezeigt wird in 80 Exponaten die Entwicklung des Landschaftsbildes vom Mittelalter bis heute. Ein Großteil der Bilder entstammt der Schau „Landschaften Europas“, die anlässlich des Kulturhauptstadtjahres Linz 2009 im Oberösterreichischen Landesmuseum zu sehen war. Gezeigt werden Bilder von Jan Brueghel d. J., Ferdinand Georg Waldmüller, Rudolf von Alt, Thomas Ender, Friedrich Gauermann, Emil Jakob Schindler, Marie Enger u.a. Zeitgenössische steirischen Künstler sind durch Kitty Ackermann, Gerald Brettschuh, Josef Fink, Gisela Grill, Walter Köstenbauer, Gerald Naderer, Gottfried Pengg-Auheim, Hans Szyszkowitz und Günter Waldorf vertreten.

Kontakt

Steirisches Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur, Marktstraße 1, 8522 Groß St. Florian, E-Mail: office@feuerwehrmuseum.at

Weblinks

46.823315.3169Koordinaten: 46° 49′ 24″ N, 15° 19′ 1″ O