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vom 15.04.2017, aktuelle Version,

Steirisches Feuerwehrmuseum

Feuerwehrmuseum in Groß Sankt Florian
Eingangsbereich
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Das Steirische Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur in Groß Sankt Florian wurde im Mai 1995 als Dokumentations- und Präsentationsstätte der Geschichte und Entwicklung der steirischen Feuerwehren eröffnet. Ein wesentlicher Schritt war die Einrichtung einer Galerie, die ab 1997 kleinen aber feinen Kunstausstellungen Raum bot. Das Museum wird geleitet von Anja Weisi-Michelitsch und Katrin Knaß-Watzik.

Geschichte

Die Idee entstand während der Feuerwehr-Wallfahrt 1986, als sich Feuerwehrmänner aus der Steiermark an dieser Gedächtnisstätte ihres Schutzpatrons trafen. Die Initiatoren, Landtagsabgeordneter Reinhold Purr, Bürgermeister Horst Punitgam und in weiterer Folge Bürgermeister Kurt Bauer konnten sowohl den steirischen Landesfeuerwehrkommandanten Karl Strablegg als auch Landeshauptmann Josef Krainer von dieser Idee begeistern, und so wurde 1988 in Groß-St. Florian der Markushof als zukünftiges Museumsgebäude gekauft und 1989 der Verein Steirisches Feuerwehrmuseum gegründet. Am 21. Mai 1995 eröffnete das Museum nach Umbau- und Renovierungsarbeiten und schon im ersten Jahr wurde es von mehr als 10.000 Besuchern frequentiert.

Das architektonische Konzept stammt von Manfred Wolff-Plottegg, das inhaltliche Museumskonzept von Harald Vetter. Für die Museumsarchitektur konnte nach einem Wettbewerb das Büro „Eichinger oder Knechtl“ gewonnen werden.

Ein wesentlicher Schritt war die Einrichtung einer Galerie, die ab 1997 Kunstausstellungen Raum bot. 1999 folgte die internationale Ausstellung „Rot in der russischen Kunst“, die Werke im Wert von über 50 Millionen Euro aus dem Staatlichen Museum Sankt Petersburg zeigte. Über 20.000 Besucher strömten in drei Monaten in das Museum. Damit war die Mischung „Feuerwehr und Kunst“ geboren, die das Museum über die Grenzen der Steiermark hinaus bekannt gemacht hat.

2004 haben sich das Deutsche Feuerwehr-Museum, die Vorarlberger Museumswelt und das Steirische Feuerwehrmuseum zu einem Museumsdreieck zusammengeschlossen, um Synergien zu nutzen – vom gemeinsamen Archivierungsprogramm über den Austausch von Objekten bis zur Konzipierung von Sonderausstellungen. 2007 wurde das Dreieck um das Oberösterreichische Feuerwehrmuseum St. Florian zum Museumsquartett erweitert.

Sammlungen

Feuerwehr

Das Feuerwehrmuseum sammelt über Epochen hinweg und zum Teil auch überregional zielbewusst Realien, verwaltet diese sachkundig und erforscht daraus mit wissenschaftlichen Methoden die technische Entwicklung und humanistische Aufgabe der Feuerwehren und stellt sie dar. Weiter sammeln es Dokumente über das gesellschaftliche, ökonomische und soziale Umfeld, in dem sich die Feuerwehrbewegung entwickelte und in dem sie heute ihre Aufgabe zu erfüllen hat. Gezeigt wird die Entwicklung der Feuerwehrtechnik in ihren wesentlichen Elementen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dies umfasst die ganze Bandbreite der feuerwehrlichen Tätigkeiten des Einzelnen, der Gruppen und Verbände, in der Gemeinde, im Bezirk, in der Region und im Land. So erhalten Besucher und Forscher Vergleichsmöglichkeiten.

Helme

Teil der Helmsammlung

Herbert Pascottini war bis 1998 Oberbrandmeister der Berufsfeuerwehr Graz. Dort baute er im Laufe der Jahre eine historische Schausammlung auf. Gleichzeitig sammelte er seit den 1960er-Jahren Feuerwehrhelme aus aller Welt, darunter historische Stücke. 70 Helme dieser 300 Stücke umfassenden Sammlung wurden vom Steirischen Feuerwehrmuseum angekauft und werden in Sonderausstellungen im Museum präsentiert.

Römervilla Grünau

Im heutigen Gemeindegebiet von Groß St. Florian, Ortsteil Grünau, wurde ab 1987 in zehnjähriger Grabungsarbeit die „Villa Grünau“ ausgegraben. Diese römische Villa stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und bot ca. 50 Bewohnern Platz. Warum diese im 3. Jahrhundert n. Chr. das Gebiet verlassen haben, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Unter den Funden ragt der Silberbecher von Grünau heraus. Es handelt sich um einen Becher von ca. 9 cm Durchmesser, der an der Außenseite in zwei Reliefs ein römisches Wagenrennen zeigt. Das Innere des Bechers ist mit Gold ummantelt.

Sonderausstellungen

  • 1999 Rot in der Russischen Kunst mit Werken von Chagall, Malewitsch und Kandinsky.
  • 2001 Ikona1. In Zusammenarbeit mit dem Diözesanmuseum Graz wurden Werke aus dem Russischen Museum St. Petersburg gezeigt: Im Diözesanmuseum traditionelle Ikonen, im FM Beispiele der Fortsetzung der Ikonentradition bis zur Moderne mit Malewitsch und Kandinsky:
  • 2002 Ernst Fuchs – Retrospektive
  • 2004 Liebe, Tod und Leidenschaft; Russische Genremalerei, u.a. mit fünf Werken von Ilja Repin.
  • 2006 Todo Ecuador – Kunst aus der Mitte der Welt6. Gezeigt wurden Leihgaben aus dem Museo Banco Central in Quito, sowie von drei Künstlern Ecuadors, außerdem rund 125 archäologischen Exponate, die das animistische Weltbild der indigenen Tradition dieses Landes dokumentieren.
  • 2010 Sehnsucht Natur – die Landschaft im Spiegel der Zeit. Gezeigt wird in 80 Exponaten die Entwicklung des Landschaftsbildes vom Mittelalter bis heute. Ein Großteil der Bilder entstammt der Schau „Landschaften Europas“, die anlässlich des Kulturhauptstadtjahres Linz 2009 im Oberösterreichischen Landesmuseum zu sehen war. Gezeigt werden Bilder von Jan Brueghel d. J., Ferdinand Georg Waldmüller, Rudolf von Alt, Thomas Ender, Friedrich Gauermann, Emil Jakob Schindler, Marie Enger u.a. Zeitgenössische steirischen Künstler sind durch Kitty Ackermann, Gerald Brettschuh, Josef Fink, Gisela Grill, Walter Köstenbauer, Gerald Naderer, Gottfried Pengg-Auheim, Hans Szyszkowitz und Günter Waldorf vertreten.
  • 2012 Das Sonnentor und der Schatz vom Titicacasee. Gezeigt wurden Leihgaben unter anderem aus dem Museo Nacional de Arqueología de Bolivia in La Paz und den Staatlichen Museen zu Berlin, zeitgenössische Kunst von bolivianischen Künstlern, Objekte der Volkskultur sowie rund 150 archäologische Fundstücke, darunter auch die Pariti-Keramik, die erstmals in Europa zu sehen war.
  • 2013 Tauchen. Faszination und Wagnis. Neben dem Original-Kreislauftatemgerät sowie der legendären Unterwasserkamera "Rollei Marin" von Tauchpioneer Hans Hass gewährte die Ausstellung auch einen Blick auf die Unterwasserkunst von Manfred Wakolbinger und Andreas Franke.
  • 2014 Mit dem Motto NATURraumKUNST zeigt das Steirische Feuerwehrmuseum die zwei Künstler Gisela Grill und Gottfried Pengg-Auheim. Mit ihnen werden unterschiedliche Wahrnehmungsweisen und damit differierende Blickachsen auf Naturerfahrung in zwei Ausstellungen gegenübergestellt. Die feuerwehrspezifische Sonderausstellung Feuerwehr und Rettungswesen zeigt die geschichtliche Entwicklung der Sanitätsabteilungen der Feuerwehren anhand historische Gerätschaften, die einen Einblick in die Hilfeleistung des 19. und 20. Jahrhunderts geben.
  Commons: Feuerwehrmuseum, Groß Sankt Florian  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien