Steyrermühl-Konzern

Schematischer Aufriss des Produktionsgebäudes, 1931

Der Steyrermühl-Konzern war ein im 19. und 20. Jahrhundert bedeutender österreichischer hoch integrierter Medienkonzern, der die Papierfabrikation (im Ortsteil Steyrermühl der oberösterreichischen Gemeinde Laakirchen) ebenso umfasste wie Druckereien, Zeitungen und Buchverlage.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Steyrermühl Papier- und Verlagsgesellschaft war eine 1872 von August von Barber und Moritz Szeps gegründete Aktiengesellschaft zum Betrieb der Papierfabrikation, des Druckgewerbes und zur Ausübung des Verlagsgeschäftes, insbesondere zur Herausgabe periodischer Druckschriften. Die Steyrermühl AG verlegte unter anderem das hoch profitable Neue Wiener Tagblatt und das Neue Wiener Abendblatt.[1] Der Konzern edierte auch ab 1923 die "Tagblatt-Bibliothek" , eine erfolgreiche Buchreihe.

Schon gegen Ende der Donaumonarchie gelang es Rudolf Sieghart, dem umstrittenen Leiter der Bodencreditanstalt, den Steyrermühlkonzernn unter seinen persönlichen Einfluss zu bringen. Vor allem in den 1920er-Jahren war der Konzern durch Siegharts Politik der Unterstützung der Heimwehren und der Christlichsozialen Partei auch politisch umstritten. Nach 1945 geriet der Steyrermühlkonzern nach eineer Zwischenphase, in der auch die beiden damals verstaatlichten Großbanken Österreichische Länderbank und Creditanstalt beteiligt waren in das 90-prozentige Eigentum der Gewerkschaftsbank BAWAG.[2] Dank des Wohlwollens der Sowjetischen Besatzungsmacht gelang es der KPÖ für einige Jahre ab 1945 die modernen Druckereibetriebe des „Ostmärkischen Zeitungsverlages“ für ihren Globus-Konzern zu pachten, die das NS-Unternehmen 1938 durch „Arisierung“ vom Steyrermühl-Konzern übernommen hatte.

Im Zug der Internationalisierung der Papierproduktion gelangte die Papierfabrikation in Laakirchen zunächst in deutschen, dann, ab 2001 in finnischen Besitz (siehe UPM-Kymmene Steyrermühl GmbH). Im Zuge mehrfacher Restrukturierungen kam es zu einer Musealisierung eines Teils der ehemaligen Industrieanlagen, So ist in den historischen Werkshallen der Papierfabrik Steyrermühl, wo von 1890 bis 1988 Papier erzeugt wurde, heute das Papiermachermuseum Steyrermühl untergebracht

Literatur

  • Herbert Matis, Andreas Resch, Dieter Stiefel (Hg.): Unternehmertum im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft.Unternehmerische Aktivitäten in historischer Perspektive. Beiträge gesammelt zu Ehren von Alice Teichova, Münster - Wien Lit Verlag 2010.
  • Franz Mathis: Big Business in Österreich: österreichische Grossunternehmen in Kurzdarstellungen, Oldenbourg-Verlag, München 1987 S 302
  • Neues Wiener Tagblatt, Sonderbeilage zum 31. Mai 1931, S. 75 ANNO

Einzelnachweise

  1. siehe:Murray Hall österreichischeVerlagsgeschichte 1918-38 Webunterlage [1]
  2. Mathis, a.a.O. S 302

Weblinks