Talschilling

Talschilling (nach der alten österreichischen Währungseinheit Schilling vor der Euro-Einführung) bezeichnet die Entschädigung, welche die Vorarlberger Illwerke AG an das Paznaun zahlten und zahlen, um Wasser aus Paznauner Bächen zur Nutzung der Wasserkraft in das Montafon abzuleiten. Die laufende Zahlung gilt als Abgeltung der unmessbaren Schäden.

Über die Verwendung dieser Zahlungen bestimmt der Gemeindeverband Paznaun, dem die Bürgermeister der Gemeinden See, Kappl, Ischgl und Galtür angehören. Er ist verpflichtet, für die Geldverwendung ein mindestens fünfjähriges Investionsprogramm vorzulegen.

Ableitung von Tiroler Bächen durch die Illwerke AG

der Kops Stausee

Um 1930 begannen die Illwerke den Bau des Vermuntstausees, der zwar auf Vorarlberger Boden liegt, dessen Nutzrecht jedoch Tirol, genauer gesagt Galtür obliegt. Galtür hatte das Weiderecht bereits Jahrzehnte zuvor nach einem langwierigen Streit von der Engadiner Gemeinde Ardez erworben. Später folgten noch die Bauten von Kops- und Silvrettastausee. Das Wasser, das in diesen Anlagen gespeichert wird, stammt teilweise aus Überleitungen von Tiroler – genauer gesagt Paznauner – Bächen. Der Talschilling besteht nun aus der einmaligen Entschädigung, die als Ablösung der verschiedenen Grundstücke gezahlt wurden und jährlichen Zahlungen der Illwerke an das Paznaun.

Die Menschen im inneren Paznaun haben von diesen Überleitungen ebenfalls einen bedeutenden Nutzen davongetragen. In der Galtürer Dorfchronik ist nachzulesen, wie viele verheerende Hochwasser es früher gegeben hat. Diese Gefahr wurde durch die Wasserüberleitungen größtenteils gebannt. Als Nachteil wird gesehen, dass die Bergwelt rund um Galtür optisch einige Veränderungen hinnehmen musste. Die Stauseen und auch die Silvrettastraße haben jedoch auch viele Gäste nach Galtür gelockt und sind daher für den Tourismus von großer Bedeutung. Diese Einnahmen waren sehr wichtig für die Entwicklung des Dorfes. Obwohl die Entschädigungen, die direkt von den Illwerken gezahlt wurden (und noch werden) eher gering sind, war der Bau der Elektrizitätswerke darum finanziell trotzdem ein Erfolg für das Paznaun.

Vermutlich einige Einbußen mussten die Bauern hinnehmen, zudem war es vor allem für die Generation vor uns vermutlich nicht einfach zu akzeptieren, dass dieses Stück Land, um das bereits Jahrzehnte zuvor heftig gefeilscht wurde, nun so kampflos wieder einem anderen überlassen werden soll.