Uli Rennert

Uli Rennert (* 25. September 1960 in Frankfurt am Main) ist ein österreichischer Jazzmusiker (Klavier, Synthesizer), Komponist, und Universitätslehrer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Rennert wurde als Sohn der Opernsängerin Anny Schlemm und des Dirigenten Wolfgang Rennert geboren. Von 1967 bis 1979 hatte er Unterricht in Klavier bei Norbert Brecht, Tonsatz und Komposition bei Hans Kracke am Dr. Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main. Von 1976 bis 1979 studierte er Posaune und Jazz-Ensemblespiel bei Albert Mangelsdorff. Von 1979 bis 1987 setzte er sein Studium an der Jazzabteilung der Grazer Musikhochschule bei Harald Neuwirth und Helmut Iberer fort; dabei besuchte er Seminare bei George Gruntz, Rob Franken und Peter Herbolzheimer. 1984 war er Preisträger des internationalen Wettbewerbes des U.S. Keyboard Magazine, verbunden mit einem Stipendium des Berklee College of Music. 1987 erwarb er das Konzertdiplom Jazz-Klavier mit Auszeichnung an der Musikhochschule Graz. Seit 1990 ist er österreichischer Staatsbürger.

Wirken

Künstlerische Aktivitäten

Von 1981 bis 1986 bestand die Formation Positive in Zusammenarbeit mit Erich Bachträgl (LP Gollum). Daneben wirkte Rennert bei zahlreichen Projekten verschiedenster musikalischer Richtungen mit, beschäfte sich Tango Nuevo und Latin Music in Klaus Johns’ Tangavan-Ensembles. Daneben hatte er regelmäßige Aufträge als Studiomusiker und Arrangeur. Von 1988 bis 1993 arbeitete er im experimentell ausgerichteten Trio X-tra mit Heinrich von Kalnein und Lars Lindvall. Mit diesem Ensemble wurden neben einer regen Konzerttätigkeit zwei LP/CDs sowie eine Auftragsarbeit für die Styriarte produziert.

1991 gründete er die Formation TimeSquare mit Frank Schwinn, Achim Tang und Gregor Hilbe, später erweitert um Florian Bramböck. Mit TimeSquare unternahm er in den folgenden Jahren, neben internationalen Konzertreisen, ebenfalls einige CD- und Rundfunkproduktionen, unter anderem das Album HomePage mit David Liebman und Bob Mintzer als Gästen. Vor einigen Jahren hat Uli Rennert mit Produktionen zu bestimmten Themen begonnen (Project M, Project T)

Pädagogische Tätigkeit

Von 1988 bis 1990 leitete Rennert die Jazz-Klavier-Klasse sowie einen Improvisations-Kurs an der Musikschule in Leibnitz. 1989 begann er die Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Graz – zunächst mit einem Lehrauftrag in Musikelektronik, 1990 dann zusätzlich Klavierpraxis. In den folgenden Jahren übernahm er auch Improvisationkurse sowie die Leitung von Ensembles. 2003 habilitierte er zum Ao. Univ. Professor im Fach Improvisation am Jazzinstitut der Kunstuniversität Graz.

Von 2002 bis 2007 war Rennert Studienrichtungskoordinator und Vorsitzender der Studienkommission bzw. Studienrichtungsarbeitsgruppe für Jazz an der Kunstuniversität Graz. Während dieser Zeit wurden die Studienpläne des Jazzinstitutes einer eingehenden Modernisierung unterzogen und an aktuelle Erkenntnisse und Bedürfnisse der Jazzpädagogik angepasst.

Rennert war Dozent bei nationalen und internationalen Seminaren für Jazz und improvisierte Musik – etwa am Jazz-Seminar Pulawy, an der Sibelius-Akatemia und dem Jazz & Pop Konservatorium Helsinki und zu Meetings der International Association of Schools of Jazz (IASJ) in Siena und Freiburg im Breisgau.

Seit 2009 ist er auch Artist in Residence an der Musikhochschule Basel für den Masterlehrgang Producing/Performance der Jazz-Abteilung.

Diskografie (Auswahl)

(unter eigenem Namen)

  • Project S - (Pan Tau X Records) 2012
  • Live in Vienna - Rennert Gesing Herbert (Rennert Music) 2011
  • Project T - (Pan Tau X Records) 2010
  • Project M - (Pan Tau X Records) 2007
  • Composition - Gesing/Rennert/Herbert/ (Extraplatte) 2000
  • (at the tip of the) TimeArrow - Uli Rennert Solo (Extraplatte) 1999
  • HomePage - Uli Rennert TimeSquare feat. David Liebman, Bob Mintzer, Florian Bramböck (SOS Music) 1997
  • Unexpected Events – Uli Rennert Timesquare (SOS Music) 1994
  • live-traKs - X-tra (Plainisphare) 1993
  • What You Give - Uli Rennert Quartett (Extraplatte) 1992
  • electric poems- X-tra (Extraplatte) 1989

(als sideman)

  • Jazz Big Band Graz Urban Folktales (ACT) 2012
  • BOWW Tribal Poetry (rhythming) 2009
  • Pan Tau X feat. Ernst Reijseger Datteltiger (Pan Tau X Records) 2007
  • Heinrich von Kalnein Songlines (mit Marek Bałata, Achim Tang und Georg Hilbe; TCB) 2004/2006
  • Jazz Big Band Graz & John Hollenbeck Joys & Desires (Intuition Music) 2005
  • Jazz Big Band Graz A Life Affair (Universal Music) 2004
  • Vienna Art Orchestra art&fun.25 (Universal Music) 2002
  • Jazz Big Band Graz & Bob Brookmeyer Question & Answer (Mons) 2001
  • Heinrich von Kalnein Group Perfect World (Shamrock) 1998
  • Klaus Johns Tanguango 1997
  • Heinrich von Kalnein Group New Directions (Nabel) 1995
  • Tangavan – Klaus Johns Tangavan Latin Band (RPM) 1988
  • Erich Bachträgl's Positive Gollum (Bellaphon) 1981

Weblinks