Venedig in Wien

Plakat, um 1895
Portal von Venedig in Wien, 1895
Venedig in Wien - Lageplan

Der Vergnügungspark Venedig in Wien war einer der ersten Themenparks der Welt. Er wurde am 18. Mai 1895 im Wiener Prater eröffnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Unternehmer Gabor Steiner errichtete gemeinsam mit dem Architekten Oskar Marmorek auf dem Gelände der heutigen Kaiserwiese einen 5000 m² (andere Quellen nennen 8000 m²) großen Nachbau Venedigs, mit begehbaren Nachbauten von Palazzi, Cafés, Restaurants, Verkaufsbuden, einer Operettenbühne und etwa 1 km an künstlichen Kanälen, auf denen man in original venezianischen Gondeln mit echten venezianischen Gondolieri Gondelfahrten unternehmen konnte. Das Projekt war ein Riesen-Erfolg, das Menschen aller Schichten in Massen anzog. „Komm, wir gehen heute abend nach Venedig“, soll man damals gesagt haben.

Jährlich zur Sommersaison wurde der Park um neue Attraktionen erweitert. So kam etwa 1897 das heutige Wahrzeichen des Praters, das Riesenrad, hinzu. Dazu verpachtete Gabor Steiner ein Grundstück, auf dem man bis dahin im „Turm von Murano“ die Glasbläser beobachten konnte, an Walter B. Basset, und dank der guten Kontakte, die Gabor Steiner aufgrund des Erfolges seines Venedig-Nachbaus zu Mitgliedern der Wiener Prominenz hatte knüpfen können, wurde schließlich nach anfänglichen Schwierigkeiten die Baugenehmigung erteilt.

Operettenkomponisten wie Carl Michael Ziehrer, Franz Lehár, Josef Hellmesberger jr., Edmund Eysler, Oscar Straus, Richard Heuberger, Oskar Nedbal u. a. feierten hier Erfolge. Bekannte Sänger und Schauspieler wie Fritzi Massary, Mizzi Zwerenz, Annie Dirkens, Ludwig Gottsleben und Richard Waldemar traten in dem Park auf.

Trotz der jährlich neuen Attraktionen ließ die Begeisterung der Wiener bereits nach 5 Jahren nach, so dass das künstliche Venedig nur etwa 6 Jahre bestand. 1901 wurde aus „Venedig in Wien“ die „Internationale Stadt“, später die „Elektrische Stadt“[1].

Nach der Errichtung von Venedig in Wien wurde 1896 bis 1898 von Carl Caufal für die Praterstraße 70 auch der sogenannte "Dogenhof" nach dem Vorbild des Ca’ d’Oro in Venedig entworfen und erbaut.

Abbildungen

Literatur

  • Norbert Rubey, Peter Schoenwald: Venedig in Wien. Theater- und Vergnügungsstadt der Jahrhundertwende. Ueberreuter, Wien 1996, ISBN 3-8000-3542-1.

Einzelnachweise

  1. Wieder-Eröffnung von „Venedig“. (Die elektrische Stadt). In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, 26. April 1903, S. 11, Mitte rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp

Weblinks