Vetter von der Lilie

Gräfliches Wappen der Familie Vetter von der Lilie

Die Grafen Vetter von der Lilie sind ein österreichisches Hochadelsgeschlecht mit Wurzeln in Frankreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Laut Familientradition stammte das Geschlecht der „Vetter von der Lilie“ vom Haus Valois ab. Die Genealogie lässt sich jedoch nur bis in die Zeit Kaiser Karls V. bestimmt verfolgen. Die Brüder Johann Balthasar und Johann Weikhard wurden 1653 von Kaiser Ferdinand III. in den Grafenstand erhoben.[1]

Bedeutende Vertreter des Geschlechtes waren:

Karl Josef Franz Felix Fortunat Graf Vetter von der Lilie (* 1719), Freiherr zu Burg Feistritz, Herr auf Neuhübel, Sikowitz, Engelswald, Kl.-Olbersdorf, Gortendorf, Nieder.-Steinau u. Miestitz, war des Fürstbischofs zu Olmütz Grafen zu Liechtenstein Rat und Lehenrechtsbeisetzer im Markgrafentum Mähren, bischöflicher Lehenshofrichter. Er war vermählt mit Maria Luisa Ludovika Gräfin Orlik Freiin von Laziska (* 29. July 1722 in Rudelsdorf/Niederschlesien) seit 12. Juni 1740.

Felix Graf Vetter von der Lilie (* 18. März 1830 in Neuhübel; † 21. November 1913 ebenda), war der Sohn des Franz Graf Vetter von der Lilie (1789–1831) und der Antonia Gräfin Braida von Ronsecco und Cornigliano, unter anderem Allodialherr von Neuhübel, Fideikommißherr von Tüffer, vermählt am 25. Oktober 1855 mit Ida Reichsgräfin Arz von Arzio-Wasegg (* 1. Juli 1833 in Wigstein, Österr.-Schlesien; † 29. September 1903 in Neuhübel),[2] widmete sich zunächst dem Armeedienst, aber seit 1856 der Bewirtschaftung seiner mährischen Güter. Er war darauf mehrere Jahre Mitglied des Reichsrates und 1884–1906 Landeshauptmann von Mähren.

Moriz Graf Vetter von der Lilie, Sohn des obigen, (* 22. August 1856 in Troppau; † 20. September 1945 in Retz), studierte in Wien Rechtswissenschaft, trat 1879 als Verwaltungsbeamter in den Staatsdienst und wurde nach mehreren Jahren in Böhmen und Mähren 1888 in das Innenministerium berufen. 1889 kam er als Bezirkshauptmann nach Boskowitz in Mähren, dann als Statthaltereirat nach Brünn. Er verließ den Staatsdienst und war seit 1897 Mitglied, vom 8. Februar 1901 bis Jänner 1907 erster Präsident des Abgeordnetenhauses.

Altes Wappen der Familie Vetter von der Lilie

Wappen

Das Familienwappen ist von Schwarz und rot geviertet mit blauem Herzschild, in diesem drei (II. und I.) silberne Lilien. I. und IV. ein gekrönter, goldener, gegen die Teilung gekehrter Löwe. II. und III. eine silberne Burg mit zwei spitzbedachten Türmen, doppelter Zinnenmauer, geschlossenem schwarzen Tor, in jedem Turm zwei Fenster, in der äußeren Mauer beiderseits vom Tor fünf (III., II.) Schusslöcher. Drei Helme, davon I. und III. gekrönt. I.: Der Löwe auf der Krone, die Decken schwarz-golden. II.: Blaue hohe Mütze mit gleichen Stulp, auf diesem nebeneinander drei silberne Lilien, auf der Spitze der Mütze eine goldene Kugel auf derselben ein goldenes, mit drei blau-golden-blauen Straußenfedern bestecktes Krönlein. Decken sind blau-silbern. III.: Die Burg auf der Krone. Die Decken sind rot-silbern. Zum vollständigen Wappen gehören noch zwei gekrönte, goldene Löwen als Schildhalter. Die Krone des Löwen zu rechts bestecken drei schwarz-golden-schwarze, die des zu links, drei rot-golden-rote Straußenfedern.

Besitztümer

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Familie sämtliche Besitztümer in Böhmen und Mähren. Die Herrschaft von Neuhübel waren die Grafen Vetter von der Lilie. Sie hatten ihre Gruft in Klein-Obersdorf bei Partschendorf.

Schloss Hautzenbichl in der Steiermark ist im Besitz seit 1883.

Einzelnachweise

  1. Bertold Bretholz. Die Grafen Vetter von der Lilie. Brünn 1901
  2. http://www.coresno.com/ - Österreich

Literatur