Wiedersperger von Wiedersperg

Wappen Wiedersperger von Wiedersperg

Die Freiherren Wiedersperger von Wiedersperg, eines Stammes mit denen von Geilsdorff und denen von Mühlen, gehören dem vogtländischen Uradel mit Wurzeln im 12. Jahrhundert an. Die Familie zog nach Böhmen, wo sie zuerst in den böhmischen, später in den österreichischen Freiherrenstand erhoben wurde.

Burgruine Wiedersberg

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Stammhaus mit der Burg Wiedersberg unweit Ölsnitz bei Hof wurde bereits 1117 erbaut. Ein Eberhardus de Widersberch, miles, trat am 18. September 1309 erstmals urkundlich auf.[1] Die ordentliche Stammreihe begann mit Lorenz, dem Sohn Burkhards Wiedersperger, der noch im 15. Jahrhundert die Burg innehatte, sich jedoch in Böhmen sesshaft machte und dort in erster Ehe Magdalena von Reitzenstein, in zweiter Katharina Kawka von Rczizan heiratete, mit der er zahlreiche Kinder zeugte und so für die weite Verzweigung der Adelsfamilie sorgte. Seine zwei Söhne aus der Verbindung mit Katharina, Moritz und Georg gründeten zwei Hauptstämme, den Pteniner (im Mannesstamm erloschen) und den Muttersdorfer.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts besaß Nikolaus von Seeberg die Herrschaft Muttersdorf und Wasserau. Durch die Heirat Georg von Wiederspergs mit dessen Tochter Margarete gingen die Gebiete mit den Bauernhöfen und dem Kirchenpatronat in das Eigentum der Wiedersperger über (bis 1857).[2]

1620 wurde Martin Wiedersperger von Wiedersperg Herr über Drachkau (Drahkov). Er wurde allerdings 1623 wegen seiner Beteiligung am Ständeaufstand mit dem Verfall der Herrschaft Drahkov und Verlust seines halben Vermögens bestraft.

Der k. k. Kämmerer und Pilsener Kreiskommissär Johann Friedrich (* 26. Juni 1733; † 1. Juli 1811), ein Nachfahre aus der Muttersdorfer Linie, wurde am 5. Mai 1760 zu Wien in den erbländisch-böhmischen Freiherrenstand erhoben. Er war verheiratet mit Maria Caroline, Tochter des Feldmarschalleutnants Johann Christoph Freiherr Hinderer von Steinhausen.[3]

Laut Erlass vom 23. Mai 1921 bewilligte die politischen Landesverwaltung in Prag, den Namen „Wiedersperg“ anstatt „Wiedersperger“ zu führen.[4]

Die Ehefrau Ludwig von Leonrods, Monika, geborene Freiin von Twickel, heiratete 1948 Johann Freiherrn von Wiedersperg. Seit 1950 sind die Nachkommen aus dieser Verbindung berechtigt, den Namen „Freiherr von Wiedersperg-Leonrod“ in Erinnerung an Ludwig von Leonrod zu tragen. Die Familie lebt heute in Schmiechen.[5]

Persönlichkeiten

  • Vinzenz Freiherr Wiedersperger von Wiedersperg (* 4. Februar 1759; † 15. Dezember 1815), Sohn des Johann Friedrich, war k. k. Kämmerer und Appellationsrat in Prag, vermählt mit Josepha Freiin von Eben zu Brunn.
  • Johann Kasimir Wiedersperger von Wiedersperg (* 1740) war 1798 Oberstleutnant und Kommandant des Kroatisch-Slawonischen Grenz-Husaren-Regiments.
  • Eduard Heinrich Wiedersperger von Wiedersperg (* 5. Mai 1835 in Prag; † 30. September 1882 in Payerbach), Großgrundbesitzer, k. k. Rittmeister a. D., gleichfalls von der Muttersdorfer Linie, - wurde, in Anerkennung seines vielfach verdienstvollen Wirkens, mit Allerhöchster Entschließung Kaisers Franz Joseph I. mit Ernennung zu Ischl am 24. Juli 1872 und Diplom zu Wien am 7. November des Jahres unter dem Namen „Wiedersperger Freiherr von Wiedersperg“ in den österreichischen Freiherrenstand erhoben. Er war seit 1862 vermählt mit Gisela Gräfin Kálnoky von Kőröspatak (5. September 1840 in Lettowitz; † 23. November 1925 in Graz).[6]
  • Gustav Wiedersperger von Wiedersperg (* 10. März 1839 in Wodicz, Böhmen; † 1898 in Wien) war promovierter Arzt, seit 1885 bis zu seinem Tod Abgeordneter des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrats.[7][8]
  • Ferdinand Wiedersperger von Wiedersperg (* 11. Mai 1860 in Prag; † 21. Februar 1941 in Teplice-Šanov, war k. u. k. Oberst und Kommandant des Gebirgsartillerieregiments Nr. 11, (1914)[9]

Wappen

Gespaltener Schild; vorn in Gold ein nach recht gekehrter, aufgerichteter natürlicher Wolf mit hoch aufgerichtetem Schweife, welcher mit seinen Zähnen einen weißen Widder mit rechts und vorwärts gewandtem Kopfe in der Mitte des Rückens erfasst hat; hinten in Blau ein roter Querbalken. Freiherrenkrone. Der gekrönte Helm mit rechts rotgoldener, links blaugoldener Decke trägt einen vorwärts gekehrten, aber rechts sehenden, wachsenden natürlichen Wolf mit zu beiden Seiten ausgebreiteten Tatzen, welcher in seinem Rachen den Widder wie im Schilde trägt. Schildhalter: zwei auf einer unter dem Schilde sich verbreitenden bronzenen Arabeskenverzierung stehende, auswärts sehende natürliche Wölfe mit zwischen den Hinterbeinen durchgezogenen Schweifen. (Dieses Wappen führen die beiden nachstehenden Häuser gemeinschaftlich.) –

Literatur

  • Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1849, Band 2, Verlag Julius Perthes, Gotha 1849
  • Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, 26. Jg., Verlag Julius Perthes, Gotha 1876

Einzelnachweise

  1. Sächsisches Haupt-Staatsarchiv in Dresden
  2. http://www.bischofteinitz.de/orte/muttersdorf.htm
  3. Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1849, Band 2, Verlag Julius Perthes, Gotha 1849, S. 486
  4. Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Teil A, 92. Jg., Gotha 1942, S. 618 f
  5. http://www.schlossarchiv.de/herren/w/WI/Wiedersperger.htm
  6. Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, 26. Jg., Verlag Julius Perthes, Gotha 1876, S. 893-895
  7. Wikipedia: Liste der Abgeordneten zum Österreichischen Abgeordnetenhaus (VII., VIII, IX.) Legislaturperiode)
  8. http://www26.us.archive.org/stream/BiographischesLexikonDesKaiserthumsOesterreichOcr56/Wurzbach56_djvu.txt
  9. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_k.u.k._Kampfunterst%C3%BCtzungstruppen

Weblinks

 Commons: Wiedersperger von Wiedersperg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien