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Botanischer Garten der Universität #

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Botanischer Garten der Universität
Botanischer Garten der Universität.
Aus: Wikicommons

3., Mechelgasse 2 und Landstraßer Gürtel Mechelgasse 2, Landstraßer Gürtel Wien , Eingang im Belvederepark vor dem Prachttor rechts in der Mauer. Hier ist auch der Zugang zum Alpengarten.

Der Botanische Garten ist rund 8 ha groß und beherbergt etwa 9.500 Arten. Zu den Aufgaben des Botanischen Gartens zählen unter anderem die universitäre Forschung und Lehre, die Erhaltung bedrohter Pflanzenarten und der Samen- und Pflanzenaustausch mit anderen Institutionen. Ein großer Teil ist öffentlich zugänglich und dient als Naherholungsgebiet.

Die Anlage verdankt ihre Entstehung einer Empfehlung von Maria Theresias Leibarzt van Swieten an die Kaiserin, Heilkräuter anzupflanzen (1754). Nikolaus Freiherr von Jacquin legte einen Botanischen Garten an, den Maria Theresia 1757 der Universität schenkte. Heute ist er eine Einrichtung der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien.

Die Anlage wurde 1817 unter Kaiser Franz I. vergrößert und im 19. Jh. mehrfach umgebaut. 1903-05 wurde über Antrag des damaligen Gartendirektors Wettstein das Botanische Institut der Universität mit Museum erweitert und drei Büsten ehemaliger Gartendirektoren aufgestellt. Als die Staatsdruckerei erweitert wurde, beschnitt man den Garten erneut im unteren Bereich. Neben dem Lebensraum für seltene Pflanzen, bietet der Garten als Parkanlage eine Alternative zum Barockgarten des Belvedere. Der Garten erhält durch seine Untergliederung in verschiedene Ensembles einen besonderen Charakter als Parkanlage.

Botanischer Garten der Universität
Pinus thunbergii im Botanischen Garten.
Aus: Wikicommons

Im oberen Abschnitt am Landstraßer Gürtel befindet sich der älteste Alpengarten Europas, eine abgeschlossene Welt, in der auf engstem Raum Gebirgsbedingungen geschaffen und tausende Pflanzen angesiedelt wurden, darunter befindet sich eine bemerkenswerte Hauswurzsammlung. Dieser Teil gehört allerdings zum Belvederegarten.

Im Zweiten Weltkrieges wurde der Abriss des Botanischen Museums und das Fällen von über 200 Bäumen, wegen Bombenschäden, notwendig. Bis in die 1970er Jahre erfolgte unter Direktor Lothar Geitler (1945–1969) die Beseitigung der Kriegsschäden und der Wiederaufbau der Sammlungen.

1970 wurde der Host'sche Garten (früher Privatgarten der Habsburger) für Besucher geöffnet. 1975 bis 1992 wurde das Institutsgebäude und die Gewächshäuser generalsaniert. In den 80er Jahren wurden das Experimentalhaus gebaut und neue Experimentalflächen angelegt.

Der Verein der Freunde des Botanischen Gartens wurde 1991 gegründet. Ab 1995 wurde die Sanierung der Gewächshäuser fortgesetzt und das Tropenhaus für die Bevölkerung geöffnet. Die Kanarengruppe wurde errichtet und die Gruppe der Flora Österreichs ausgebaut.

2004 feierte der Botanische Garten das 250 jährige Bestehen.

Im Jänner 2011 wurde der Garten zur Zentraleinheit der Fakultät für Lebenswissenschaften und zur "Core Facility Botanischer Garten".

Michael Kiehn ist seit 2006 Direktor des Gartens.

--> www.botanik.univie.ac.at

Quellen#


Redaktion: K. Ziegler