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acib GmbH

Bezeichnung der Firma
acib GmbH
Branche
Humantechnologie
Lebensmitteltechnologie
Organisationsform
GmbH
Ansprechpartner
Dr. Mathias Drexler (CEO)
Prof. Dr. Bernd Nidetzky (CSO)
DI Thomas Stanzer (Head of Communications/PR)
Dr. Martin Trinker (Director Business Development)
Gründungsjahr
2002
Mitarbeiteranzahl
200
UID-Nummer
ATU54545504
Auszeichnungen
Fast Forward Award Gewinner
Fast Forward Award Finalist
7. EU-Rahmenprogramm
Take Tech - Unternehmen
Geschäftsbereich
Forschungsunternehmen im Bereich der Biotechnologie
Stichworte
Biotechnologie
Pflanzenschutz
Biokatalyse
Enzymtechnologie
Systembiologie
Zellengineering
Bioprozesstechnik
Metabolic Modeling
Cluster
Human.technology Styria
Adresse
Petersgasse 148010 Graz
Kontakt
http://www.acib.at
office@acib.at
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Bewertung
4

Unternehmensprofil#

Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist ein internationales Spitzenforschungsunternehmen im Bereich der industriellen Biotechnologie. Derzeit laufen mehr als 80 Projekte im Bereich der Auftragsforschung, sowie innerhalb von nationalen und internationalen Förderprogrammen. acib hat mehr als 100 Partner, wobei über 50 Firmenpartner und knapp 20 wissenschaftliche Partner auch offiziell dem acib-Konsortium beigetreten sind, um die Netzwerke und Vorteile von acib zu nutzen. Forschungsthemen bei acib sind u.a. Biokatalyse, Enzymtechnologie, Protein Engineering, Bioprozesstechnologie, Mikrobiomforschung, Zellfabriken zur Herstellung von Proteinen oder Metaboliten, Bioinformatik, sowie (Bio)polymere und deren Modifikationen.

Erfolgsgeschichte#

Zellalterung aufgeschoben#

Ein Schutz gegen Zellalterung auf natürliche Art: Grazer Forschungsgruppe stellt eine wertvolle Substanz aus Oliven biotechnologisch her. Das patentierte Verfahren gewährleistet, dass Oliven ein leckeres Nahrungsmittel bleiben und nicht zum Industrierohstoff werden.

Wissenschaftlerin
Wissenschaftlerin
Foto: © acib

Ob im Salat, zum Braten von Fisch oder Fleisch oder einfach nur zum Naschen mit Weißbrot – Olivenöl ist seit Jahrtausenden eines der leckersten Naturprodukte. Und es ist eines der Gesündesten – wegen des hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren und zusätzlicher Substanzen, die in winzigen Mengen in Oliven (und in nativem Olivenöl „extra virgine“) enthalten sind. Eine besonders Wertvolle ist 3-Hydroxytyrosol. „Man schreibt der Substanz zu, sie schütze die Zellen und beuge so dem Altern und diversen Erkrankungen vor“, sagt acib-Forscherin Margit Winkler. Das liege an der antioxidativen Wirkung, die viel stärker sei als jene von Ascorbinsäure, dem als Vitamin C bekannten Antioxidans in Zitrusfrüchten.

Kein Wunder also, dass die Verbindung als natürlicher Nahrungszusatz und als Komponente für Kosmetika immer gefragter wird. Der Haken an der Sache ist die Verfügbarkeit von 3-Hydroxytyrosol: Olivenbäume wachsen geografisch beschränkt. Und die Oliven sollten ein wertvolles Nahrungsmittel bleiben und nicht zum Rohstoff für eine Substanz werden, die darin nur in Spuren vorhanden ist und deren Abtrennung aufwändig und teuer sei, so Margit Winkler.

Eine Grazer Forschungsgruppe des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und des Schweizer Industriepartners Lonza hat einen Weg gefunden, die wertvolle Substanz biotechnologisch herzustellen. Das Verfahren wurde publiziert und zum Patent angemeldet. Der biotechnologische Weg nutzt Escherichia coli-Bakterien als Zellfabrik. Diesen Bakterien haben die ForscherInnen ein Enzym aus einem anderen Mikroorganismus (namens Nocardia) eingesetzt, welches aus einer günstigen Carbonsäure (3,4-Dihydroxyphenylessigsäure, DOPAC) das wertvolle 3-Hydroxytyrosol herstellen kann. Die gesamte Reaktion wurde so verbessert, dass die sonst für diese komplizierte Umsetzung normalerweise notwendigen Kofaktoren nicht mehr gebraucht werden; ein biotechnologischer Kunststreich.

Chemische Reaktionen
Chemische Reaktionen
Foto: © acib

Füttert man die Zellfabrik mit DOPAC, gibt es Labormaßstab einen Umsatz von 100 Prozent, freut sich acib-Wissenschafterin Winkler. Im nächsten Schritt gehe es darum, den Prozess in den Industriemaßstab zu übertragen.

Antioxidantien und Krebs#

Oxidativer Stress schädigt lebende Zellen: Es bilden sich ausgesprochen aktive „Radikale“, die quasi mit allem reagieren, was ihnen in den Weg kommt. Dadurch können Zellen absterben oder sich verändern. Ein Beispiel sind Hautzellen, die durch UV-Licht solchem oxidativen Stress ausgesetzt sind. Die Haut altert schneller, trocknet aus, wird faltig. Im schlimmsten Fall entsteht Hautkrebs. Antioxidantien fangen die Radikale ab und diese können weniger Schaden anrichten. 3-Hydroxytyrosol wurde schon in vielen Studien getestet und zeigte „Cytoprotective“ Wirkung: Es schützt die Zellen. Dies wurde an Darmzellen, Gehirnzellen, Zellen des Herzkreislaufsystems, Leber- und diversen anderen Zelltypen gezeigt. Der Verbindung schreibt man daher zu, dass sie Krebs vorbeuge, entzündungshemmend sei, und einen positiven Effekt aufs Herz-Kreislaufsystem habe.

Referenz:

  • „ChemCatChem: Whole cell carboxylate reduction for the synthesis of 3-hydroxytyrosol“, Kamila Napora-Wijata, Karen Robins, Antonio Osorio-Lozada and Margit Winkler; http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cctc.201300913/abstract

Weiterführendes#


Laboranalye
Laboranalyse
Foto: © acib
Synthetische Biologie
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Foto: © acib
Synthetische Biologie
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