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Almwirtschaft #

--> Essay Almleben

Alm
Oberösterreichische Alm. Foto: Alfred Wolf, 1970

Der Beginn der traditionellen Almwirtschaft wird im 7. Jahrhundert angenommen. Im 14. bis 16. Jahrhundert erlangte die Bewirtschaftung sogenannter Waldalmen durch die dort stattfindende Käseproduktion besondere Bedeutung. Die neue Wertschätzung des - bisher gerodeten - Waldes u.a. wegen des Ausbaus der Eisenindustrie schadete der Almwirtschaft. Diese für die Bergbauern existenzbedrohende Entwicklung führte Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Umdenken der staatlichen Stellen und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den ersten Gesetzen zur Förderung und Verbesserung der Almwirtschaft. Das Resultat war eine intensive Nutzung der Almgebiete bis in die 1970er- Jahre. Gründe für den Rückgang waren dann die geringe Ertragsfähigkeit und der hohe Arbeitsaufwand. Nun erkannte man die außerlandwirtschaftliche Bedeutung der Almnutzung, u.a. für Ökologie und Tourismus. Die "Almwirtschaft Österreich" mit Sitz in Innsbruck fördert und koordiniert Aktivitäten und betreibt eine informative Homepage, auf der man Statistiken ebenso einsehen kann, wie einen Terminplan der Almfeste.

Der traditionelle Almabtrieb der geschmückten Tiere im Herbst war zugleich Wirtschaftsbrauch und Freudenfest. Man kann dies z. B. in Bad Ischl, St. Wolfgang, Spital am Pyhrn (Oberösterreich), Mittersill (Salzburg) in der letzten Septemberwoche beobachten. In Egg (Vorarlberg) holt man das Vieh Mitte des Monats (14. September, Kreuzerhöhung). Wenn alle Tiere den Sommer gut überstanden haben, bekränzen die Älpler die Rinder und schmücken ihre Hüte mit Blumenkränzen (Mojen). Im Ort werden sie mit Musik empfangen.

Für die Tirol Werbung zählt der Abtrieb "zweifelsohne zum farbenprächtigsten, lebendigsten und traditionsreichsten Brauchtums-Spektakel Tirols mit großer Anziehungskraft für unsere Gäste". Für den Großteil der Touristen sei nicht erkennbar, dass es sich um einen professionell organisierten Wirtschaftsfaktor handle. Ein Bauer im Bezirk Kitzbühel treibt seine 20 geschmückten Rinder an 19 Tagen im September. Der Region bringt das bis zu 6000 Nächtigungen mehr. Bauernvertreter bemängelten, dass die Kühe die langen Märsche nicht gewohnt seien.

Bei der im Frühjahr 2016 durchgeführten IMAS-Umfrage "Traditionen und Bräuche" (Archiv Nr. 016041) gaben 54% an, Almabtrieb zu kennen und 9%, selbst teilzunehmen.


Quellen: 
Helga Maria Wolf: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. St. Pölten 2003. S. 143 f.
Prospekt "61. NÖ Almwandertag"
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