Eule #

Eule

Zur Ordnung der Eulen (Strigiformes) zählen rund 140 Arten, von denen zehn Prozent in Europa beheimatet sind. Eulen sind nachtaktive Greifvögel. Andere Vogelarten reagieren auf ihren Fressfeind mit agressivem Verhalten. Dieses sogenannte "Hassen" machten sich Jäger zunutze, die mit Hilfe von Eulen andere Vögel anlockten, um diese mit Netzen zu fangen. Eulen haben ein charakteristisches Aussehen. Aufrechte Haltung, runder Kopf, große Augen, wangenähnliche Gesichtsflächen und der an eine Nase erinnernde Schnabel unterscheiden sie deutlich von anderen Vogelgattungen. 

Im antiken Griechenland galten Eulen als Symbol der Weisheit - weil sie im Dunklen sehen -, sonst aber meist als Teufels- und Hexentier. In der allgemeinen Anschauung wurde nicht zwischen den einzelnen Arten unterschieden. Ähnliche Vorstellungen finden sich vom alten Ägypten bis Harry Potter, wo Eulen Hexen und Zauberern als Boten dienen. Als Orakeltiere wurden sie selten als glückliche Vorboten betrachtet, meist als Totenvögel. Der Ruf des Käuzchens machte Angst, weshalb dieses ausgerottet wurde. Annageln von Eulen(-federn) sollte Gebäude vor Blitzschlag schützen. 

Ex Libris als Bucheignerzeichen zeigen oft eine Eule. Die bekannte Redensart "Eulen nach Athen tragen" (etwas Überflüssiges tun) stammt vom antiken Komödiendichter Aristophanes (um 445-386 v. Chr.) Wer aussieht "wie eine Eule (zu Mittag)" wirkt verschlafen und ungepflegt. Eine "Eule unter Krähen" (um 1500) ist jemand, der seinen Wert hat, aber von der Umgebung verspottet wird.


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 186
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 2/Sp. 1074 f.
Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg/Br. 1991. Bd. 1/S. 404
Wikipedia: Eulen (Stand: 13.5.09)

Bild: Ex Libris mit Eule. Foto: Helga Maria Wolf