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Eule #

Eule

Zur Ordnung der Eulen (Strigiformes) zählen rund 200 Arten, die in allen Kontinenten (außer in der Antarktis) beheimatet sind. Zu ihrem charakteristischen Aussehen gehört der große kugelige Kopf mit den nach vorne gerichteten Augen, die gedrungene Gestalt und das plustrige Gefieder. Eulen sind nachtaktive Greifvögel. Andere Vogelarten reagieren auf ihren Fressfeind mit agressivem Verhalten. Dieses sogenannte "Hassen" machten sich Jäger zunutze, die mit Hilfe von Eulen andere Vögel anlockten, um diese mit Netzen zu fangen.  

Im antiken Griechenland galten Eulen als Symbol der Weisheit - weil sie im Dunklen sehen -, sonst aber meist als Teufels- und Hexentier. In der allgemeinen Anschauung wurde nicht zwischen den einzelnen Arten unterschieden. Ähnliche Vorstellungen finden sich vom alten Ägypten bis Harry Potter, wo Eulen Hexen und Zauberern als Boten dienen. Als Orakeltiere wurden sie selten als glückliche Vorboten betrachtet, meist als Totenvögel. Der Ruf des Käuzchens machte Angst, weshalb es ausgerottet wurde. Annageln von Eulen(-federn) sollte Gebäude vor Blitzschlag schützen. 

Exlibris als Bucheignerzeichen zeigen oft eine Eule als Zeichen der Gelehrsamkeit. Die bekannte Redensart "Eulen nach Athen tragen" (etwas Überflüssiges tun) stammt vom antiken Komödiendichter Aristophanes (um 445-386 v. Chr.) Wer aussieht "wie eine Eule (zu Mittag)" wirkt verschlafen und ungepflegt. Eine "Eule unter Krähen" (um 1500) ist jemand, der seinen Wert hat, aber von der Umgebung verspottet wird.


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 186
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 2/Sp. 1074 f.
Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg/Br. 1991. Bd. 1/S. 404
Wikipedia: Eulen (Stand: 11.1.2019)

Bild: Ex Libris mit Eule. Foto: Helga Maria Wolf