Hut#

Modischer Damenhut. Postkarte um 1890. Gemeinfrei
Modischer Damenhut. Postkarte um 1890. Gemeinfrei

Das Wort Hut stammt vom mhd. Huot - Decke, Schutz. Während die weibliche Form ("Auf der Hut sein") diese Bedeutung bewahrt hat, bezeichnet die männliche eine feste Kopfbedeckung mit umlaufender Krempe. Der Hut, früher Teil der Ausgehkleidung, ist in vielen Kulturen ein Symbol des sozialen Status. Im antiken Rom gebrauchte man runde und spitze Hüte vor allem bei Schauspielen, Festen und heiligen Riten. Sie galten als Symbol der Freiheit, weshalb Sklaven bei ihrer Freilassung einen Hut erhielten. Im deutschsprachigen Raum sind Hüte seit der ersten Jahrtausendwende üblich. Seit 1360 sind in Nürnberg Hutmacher namentlich bekannt, eine Wiener Huterzunft ist seit 1421 nachweisbar. Die barocke Mode bevorzugte französische Dreieck-Hüte. Runde Kopfbedeckungen für modebewusste Herren kamen in England um 1780, in Wien zur Kongresszeit (1814/15) auf. 

Der Strohhütkrämers im barocken Brand'schen Kaufruf zeigt einen Mann mit einigen aufeinander gestapelten Sommerhüten auf dem Kopf, Dazu trägt er einen Umhängekorb mit Hüten und anderen Gegenständen aus Stroh, wie geflochtene Taschen, bunte Untersätze und Staubwedel. Mit dem Kaufruf „Hüat, streberne Hüat, feine Hüat, Sommerhüat, Herrenhüat, Frauenhüat, Jungfernhüat, allerhand Hüat, Hüat, Hüat!“ machte er auf sich aufmerksam.

In der Makartzeit, Ende des 19. Jahrhuderts nahmen die Damenhüte phantasievolle Formen an.(Bild)


Quellen:
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 2/S. 598, Bd. 3/S. 291
Otto Krammer: Wiener Volkstypen. Wien 1983. S. 129
Wikipedia: Hut