Maske#

Maske

Masken (Larven) sind bei vielen Bräuchen zu finden. Maskenumzüge sind Sache der Männer. Sie bewegen sich in eigenartiger Weise - feierlich oder hastig, stumm oder lärmend. Besonders häufig treten sie im Winter auf: Advent, Krampus, Nikolaus, Dreikönig, Fasching. "Schöne" und "schiache" Perchten tragen Masken, wobei die hässlichsten die jüngsten sind. In manchen Regionen (Niederösterreich) kommen "Maschkerer" als nicht eingeladene Gäste zu Hochzeiten, um dort Spaß zu machen. Heischende verkleiden sich mit Masken, um nicht erkannt zu werden. Im Fasching wurden Mummereien oft aus diesem Grund verboten. 

Zu den Besonderheiten der österreichischen Jahresbräuche zählt das Imster Schemenlaufen, das im Fünfjahresrhythmus stattfindet. Hauptakteure sind die Scheller - mit Ehrfurcht gebietender maskuliner Maske und monstranzförmigem Kopfschmuck - und die Roller mit mädchenhaften Maskengesichtern. Beide Figuren tragen Glöckchen am Gürtel und führen ein elegantes Tanzritual aus. Das Museum im Haus der Fasnacht zeigt sie und die anderen Gestalten der "Imster Fasnacht" (in diesem Fall nach regionaler Tradition ohne "t") Im Katalog dazu heißt es: "Erst in der Einbettung in die Handlung erfüllt die Maske ihren Zweck. … Beim Schemenlaufen tragen die meisten Figuren aus Holz geschnitzte Vollmasken. … Die Larven werden durchgehend aus Linden- oder Zirbenholz, welches die notwendige Weichheit besitzt, geschnitzt. Bevor die Masken gefasst (grundiert und bemalt) werden, ist eine Behandlung mit Leinölfirnis notwendig, um die Haltbarkeit zu erhöhen. … Dabei wird ein Kreidegrund aufgebracht und dann die Maske in mehreren Schichten bemalt." 2011 war die Imster Fasnacht eine von 15 Neueintragungen Österreichs in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S 546
Katalog Museum im Fasnachtshaus Imst. Imst 2001
Fasnacht Imst
UNESCO

Bild: Einladung zum Schemenlaufen. Imst (Tirol) 2004