Maske#

Maske

Masken (Larven) sind bei vielen Bräuchen zu finden. Maskenumzüge sind Sache der Männer. Sie bewegen sich in eigenartiger Weise - feierlich oder hastig, stumm oder lärmend. Besonders häufig treten sie zu verschiedenen Terminen im Winter auf. "Schöne" und "schiache" Perchten tragen Masken, wobei die hässlichsten die jüngsten sind. In manchen Regionen Niederösterreichs kommen "Maschkerer" als nicht eingeladene Gäste zu Hochzeiten, um dort Spaß zu machen. Heischende verkleiden sich mit Masken, um nicht erkannt zu werden. Im Fasching wurden "Mummereien" oft aus diesem Grund verboten. Vom jüngsten Verhüllungsverbot (2017) sind Brauchtumsveranstaltungen ausdrücklich ausgenommen.

Zu den Besonderheiten der österreichischen Jahresbräuche zählt das Imster Schemenlaufen, das im Fünfjahresrhythmus stattfindet. Hauptakteure sind die Scheller - mit Ehrfurcht gebietender maskuliner Maske und monstranzförmigem Kopfschmuck - und die Roller mit mädchenhaften Maskengesichtern. Beide Figuren tragen Glöckchen am Gürtel und führen ein elegantes Tanzritual aus. Das Museum im Haus der Fasnacht zeigt sie und die anderen Gestalten der "Imster Fasnacht" (in diesem Fall nach regionaler Tradition ohne "t") Im Katalog dazu heißt es: "Erst in der Einbettung in die Handlung erfüllt die Maske ihren Zweck. … Beim Schemenlaufen tragen die meisten Figuren aus Holz geschnitzte Vollmasken. … Die Larven werden durchgehend aus Linden- oder Zirbenholz, welches die notwendige Weichheit besitzt, geschnitzt. Bevor die Masken gefasst (grundiert und bemalt) werden, ist eine Behandlung mit Leinölfirnis notwendig, um die Haltbarkeit zu erhöhen. … Dabei wird ein Kreidegrund aufgebracht und dann die Maske in mehreren Schichten bemalt." Der Brauch steht als einer von drei Nennungen aus Österreich auf der weltweiten "Repräsentativen Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S 546
Katalog Museum im Fasnachtshaus Imst. Imst 2001
Fasnacht Imst
UNESCO

Bild: Einladung zum Schemenlaufen. Imst (Tirol) 2004