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Rauchfangkehrer#

Die neue Rauchfangkehrer-Dachmarke von Elke Zellinger
Die neue Rauchfangkehrer-Dachmarke von Elke Zellinger

Der erste in Wien aktenkundige Rauchfangkehrer war "Hans von Mailand", der 1512 in einem Erlass Kaiser Maximilian I. (1459-1519) vorkommt. Mitte des 17. Jahrhunderts gab es sieben Rauchfangkehrermeister, die zum Feuerlöschen verpflichtet waren. Bis ins 19. Jahrhundert übten vor allem Italiener das Gewerbe aus. In den letzten Jahren sind auch Frauen tätig. Seit 2014 hat die Wiener Innung ein neues Logo (Bild).

Der "schwarze Mann" gilt als Glücksbringer, als Garant gegen Brände, die von einer ungepflegten Feuerstelle ausgehen. Es bedeutet Gutes, ihm zu begegnen. Die Wirkung sollte vermehrt werden, indem man schweigend an einen Knopf griff. Scherzhafte Steigerung war die Bedingung, dass man nacheinander drei Rauchfangkehrer und sieben Schimmel sehen müsse. Um 1800 gingen die Gesellen in Erwartung eines Trinkgeldes mit Neujahrswünschen um. Der als Dank und Legitimation überreichte Kalender ist in der Gegenwart ein Farbdruck im Format A4 mit dem Jahreskalendarium und - oft originellen - Darstellungen des Überbringers. Da in jüngster Zeit das Berufsbild geändert hat und auch Frauen den Beruf ausüben, haben die Wiener Rauchfangkehrer ihr traditionelles Logo geändert. Zum 350-Jahr-Jubiläum der Innung, 2013, entwarf Elke Zellinger die neue Dachmarke.

Die 1965 demolierte Matzleinsdorfer Kirche hieß Rauchfangkehrerkirche, bis 1938 war sie Ziel von Prozessionen der Berufsangehörigen. Sie war dem hl. Florian, der vor Feuer schützen soll, geweiht. Mehrere Gassen in Wien waren nach dem Beruf benannt, jetzt befindet sich die Rauchfangkehrergasse im 15. Bezirk, wo ein Haus diese Bezeichnung trug. Seit 1985 betreibt die Innung im Bezirksmuseum Wieden, zufällig in der Nähe der ehemaligen Florianikirche, ein Rauchfangkehrermuseum. Es enthält Exponate über die Geschichte des Berufs und veranstaltet Sonderausstellungen, u.a. über Glücksbringer.


Quellen:
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 4/S. 639
Leopold Schmidt: Wiener Volkskunde. Wien 1940. S. 40
Innung Wien