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Schluckbild#

Schluckbildchen oder Esszettel nennt man kleine Abbildungen von Gnadenbildern, die wie Briefmarken auf Bogen von dünnem Papier gedruckt und manchmal koloriert sind. Man kaufte sie in Wallfahrtsorten, ließ sie segnen und konnte sie dann bei Bedarf abschneiden und als Heilmittel für Mensch und Vieh verwenden. Durch das Verschlucken sollte Segen und Hilfe des abgebildeten Heiligen einverleibt werden. Der Generaldirektor des Bayrischen Nationalmuseums, Lenz Kriss-Rettenbeck, schrieb dazu: "Das Brauchtum der 'Heiligen Erden' wie das der Schluckbilder ist in Hochreligionen ebenso geläufig wie in verhältnismäßig schlichten Volksreligionen. Verwandt mit diesem Anwendungsbereich ist die Heiligung von Medikamenten durch das Anbringen von Heiligenbildern oder heiligen Zeichen."
Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S.710
Manfred Brauneck: Religiöse Volkskunst. Köln 1979. S. 297
Lenz Kriss-Rettenbeck: Bilder und Zeichen religiösen Volksglaubens. München 1963. S. 45