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Schokolade#

1528 brachte der spanische Eroberer Hérnando Cortés (1485-1547) die ersten Kakaobohnen nach Europa. In der Barockzeit avancierte Kakao zum Lieblings- und Luxusgetränk der Reichen. In den Klöstern schätzte man das Heissgetränk als Fastenspeise. Hersteller des Genussmittels waren Apotheker und Konditoren. Als Kaffee und Tee an die Stelle der Trinkschokolade traten, waren Schweizer Produzenten die ersten, die Schokolade in fester Form vermarkteten. 

Auch in Wien gab es im 19. Jahrhundert bekannte Schokoladefabriken, wie jene, die der Budapester Zuckerbäcker Victor Schmidt 1858 im 4. Bezirk gründete. Dort arbeiteten bis zu 1000 Dienstnehmer. 1880 erfand Schmidt den "Ildefonso"-Nougatwürfel, seit 1905 stellte er Mozartkugeln her. 2000 wurden diese Traditionsprodukte von der Manner AG übernommen. Seit 1890 bürgt die Schutzmarke des Stephansdoms auf rosa Grund für Qualität. Mit 3000 Arbeitern entwickelte sich Manner zur größten Schokoladenfabrik der österreichisch-ungarischen Monarchie. Die berühmten Neapolitaner-Schnitten, eine international bekannte Wiener Spezialität, gibt es seit 1898. In der Größe 49 x 17 x 17 mm bestehen sie aus vier Lagen Streichmasse - Zucker, Haselnüsse, Kokosfett und Kakaopulver - zwischen fünf Lagen Waffeln. 1882 gründete der Weinviertler Carl Hofbauer in Wien 5 ein Confiserie-Unternehmen. In der Zwischenkriegszeit war es besonders mit Schokolademaroni und Toffee erfolgreich. 1972 übernahm die Firma den Mitbewerber Küfferle mit seinen bekannten Katzenzungen. Ein Jahr nach der Eröffnung eines neuen Werkes in Gloggnitz, Niederösterreich, übernahm der Schweizer Hersteller Lindt & Sprüngli das Unternehmen. Die Markennahmen Hofbauer und Küfferle blieben erhalten.


Quellen:
Helga Maria Wolf: Weihnachten. Kultur & Geschichte. Wien 2005. S. 133 f.
Manner
Wikipedia: Schokolade (Stand 25.8.2008)

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