unbekannter Gast

Weihrauch#

Weihrauch entsteht durch Verbrennen wohlriechender Harze des Strauches Boswellia sacra. Man verwendete ihn bei vorchristlichen Mysterien und im Herrscherkult. Wie Fackeln und Kerzen zählte er zu den Ehrenrechten römischer Beamter. Ebenso waren Weihrauchopfer in Ägypten und Palästina üblich, das Alte Testament berichtet davon (z.B. Ps. 141). Das Christentum übernahm das Räuchern aus spätantiken Totenbräuchen und bei Prozessionen. Der Gebrauch beim Einzug des Papstes folgte dem römischen Kaiserzeremoniell. In der Liturgie hatte der Inzens früh einen festen Platz beim Eröffnungsritus und bei der Evangelienprozession. Er galt als apotropäisch, reinigend-bewahrend, ehrend und feierlich. Durch die Segnung wurde der Weihrauch zum Segensträger, von dem alle berührt sein wollten. In der Alltagsreligiosität spielte das "Rauchen und Sprengen", das Räuchern mit geweihten Kräutern vom Palmbuschen und das Versprengen von Weihwasser in den Rau(c)hnächten um Weihnachten eine Rolle. Es sollte Haus und Hof Segen bringen und alles Böse abhalten.

Bild 'AF Weihrauch2'
Bild 'AF Weihrauch3'
Bild 'AF Weihrauch1'

Fotos: Doris Wolf


Quellen
Lexikon für Theologie und Kirche. Freiburg/Br. 1986. Bd. 10, S. 990 f.
Helga Maria Wolf: Zwischen Pracht und Protest. 750 Jahre Fronleichnam. Wien 2015