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Orient in der Oststeiermark#

Der Übersetzer Joseph von Hammer-Purgstall und sein Schloss Hainfeld#


Von der Wochenzeitschrift Die Furche, freundlicherweise zur Verfügung gestellt. (Donnerstag, 28. August 2008)


Schloss Hainfeld
Schloss Hainfeld
© Wiener Zeitung

Von

Maria Stradner


Seinen Lebensabend verbrachte der Übersetzer, Schriftsteller, Orientalist und Diplomat Joseph von Hammer-Purgstall in der Südoststeiermark. Inmitten von Maisäckern, umrahmt von einem Schlossgraben, befindet sich das Anwesen, das Joseph von Hammer-Purgstall 1835 erbte. Orient und Okzident Nach Jahren der Reise nach Konstantinopel, London, Paris und in zahlreiche andere Städte übersetzte er hier seine Hauptwerke, vor allem die Gedichtsammlung „Diwan“ des persischen Dichters Hafis, die Goethe zu seinem „West-östlichen Diwan“ inspirierte. Eingebettet im bäuerlich-ländlichen Umfeld der Südoststeiermark, stellen Schloss Hainfeld und die Ausstellung heute den Knotenpunkt des Kulturfestivals Regionale dar. Das Übersetzen von Sprachen und Kulturen war ein zentrales Anliegen von Joseph von Hammer-Purgstall, der neben Persisch, Türkisch, Arabisch auch Italienisch, Französisch, Latein und Griechisch beherrschte, und es ist auch das Thema der Ausstellung. Bücher und andere Textdokumente geben Einblicke in die Tätigkeiten des Übersetzers, der unter anderem große Anstrengungen unternahm, eine vollständige Version der Märchen von „Tausendundeiner“ Nacht nach Europa zu bringen. Auch der heutige Name der steirischen Hauptstadt ist maßgeblich von Hammer-Purgstall beeinflusst. Zu seinen Lebzeiten wurde die Stadt mit dem Namen „Grätz“ bezeichnet. In einem Vortrag plädierte der Sprachenkenner für den Namen „Gratz“ und entfachte damit eine Diskussion unter den Gelehrten. Tatsächlich erhielt die Geburtsstadt Hammer-Purgstalls die von ihm gewünschte Bezeichnung.

Die FURCHE,, 28. August 2008