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3.3 Briefe1940
ebendiedeutschen|FliegerüberdenOzeanfliegenundderGesellschaft
alles zusammenhauen. Ich glaube fast, ohne das wird keine Ruhe auf
derWeltwerden.
IchhabenochnichtsNäheresübermeineweitereBestimmungerfah-
ren, aber von Eva Vollbach habe ich einen Brief bekommen: sie schrieb,
dieSacheseit [sic!]dort imgünstigenSinneerledigtworden,und ich
müßteeigentlich schondieVerständigunghaben.Wollen sehen.
Gesternwar dieSommersonnenwende undheute ist der Tag, wovor
soundsovielenJahrhundertenHagendalagundderKriemhildenicht
sagen wollte, wohin er das Gold getan hätte, – worauf sie ihm den
Kopf abschlug, und zwar mit seinem eigenen Schwert. Es ist sonderbar:
vielleichthabendieJahreszeitenunddieWendenderZeitendoch irgend
eine geheimnisvolle Macht, die | wir nicht kennen, die aber wirksam
ist. Diese Dinge, überhaupt, sind alle so dunkel, als sie manchmal ganz
offenbar scheinen,undvielleicht ist esmirbestimmt,dieseZeitmitzu-
erleben, um schließlich doch diese oder jene Entdeckung zu machen:
wiedasUnsichtbare indasSichtbareeingreift.Denn ingewöhnlichen
Zeitenhätte ichgarnichtdarübernachgedacht.Odernurwenig.Nun,
wir wollen sehen, ob es mir gelingt, mir etwas auszubrüten; denn wenn
ich’snicht ausbrüte, brütet eskeineraus.
MeinHase,nunwünscheichDirdasLiebsteundSchönste,undschreib
mir rechtbaldwieder!
N.
44)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [St.Wolfgang],o.D. [ca.
26.6.1940]
M.l.H.,
eben habe ich – es ist nach Tisch – ein wenig geschlafen. Als ich
einschlief, regnete es, aber als ich aufwachte, schien die Sonne, und ich
machte das Fenster auf und lehnte mich auf das Fensterbrett. Die Sonne
schien sehrwarmhin,undeswar sehrangenehm.
Gestern fuhr ichmit einemvomFilm,derhierbeiEmilwar, aufden
Schafberg.Plötzlich sahenwireineAuerhenneaufdemGeleise sitzen:
siehattemehrereAuerküchleinbei sich,undalsderZugherankam,ging
sie langsammitdenKüchlein seitwärts indenWald.
AufdemRückwegsahenwir einRehkitz. |
AberHasen sahenundsahenwirkeinen.Es ist also sehr schwer,den
Hasenhier eineMitteilungzumachen.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik