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3 Briefe
lasse ich mich von den Leuten nicht foppen. Bitte schreibe mir gleich,
wasDuhievonhältst.
ÜbermeinemilitärischeKarriere zerbrecheauch ichmirnichtmehr
sehr den Kopf. Ich halte es sogar für möglich, daß das Wehrbezirkskom-
mandomeinerMeinungüberdieseDinge ist, –wenigstens soweit sich
aus der Besprechung schließen läßt, welche Sándor dort hatte. Und
schließlich: es laufen jaalledieseAngelegenheiten.
Überhaupt: indemichmeinLebenbedenke, scheint esmir zwarvon
einer solchen Menge von Unannehmlichkeiten und Abenteuern garniert,
dass man in der Biedermeierzeit, wo bekanntlich nichts los | war, die
Händedarüber zusammengeschlagenhätte; aber ichhabe dieabsolute
Überzeugung,daßunserallerLebendorthin führen,wohin sie führen
müssen.Undes ist sehr schwer fürmichalsEinzelnenzubestimmen,ob
meinLebenzuEnde ist,oderobes, inseinemWesentlichen,erstbeginnt.
Fastwill es mir aber scheinen, als ob dies alles geschehen müsse, damit
ich einmal etwas darüber zu sagen hätte (oder etwas ganz andres zu
sagen, zudemichaberdieErkenntnisseausallenmeinenErlebnissen
gezogen:unddeshalb sollmansichgegenEreignisseundErlebnisse,die
das Schicksal einem vorschreibt, nicht allzu sehr spreizen; sie dienen
derEntwicklungderPersönlichkeit).
SohatmichdennzumBeispiel auchdieplötzlicheTätigkeit vonder
Erika ihrem Muscha nicht überrascht, und ich bin sicher, dass er, in
diesemund inandrenFällen,noch sehrviel zu tunhabenwird. |
Das ist ja das Schöne bei der Betrachtung aller dieser Dinge, dass das
Schicksal immerwiederMittelfindet,dieEntwicklung,wiesiegeschehen
soll,weiterzuführen.
Ich bin zwar überzeugt, daß diese ganze Sache, an sich, schließlich in
einem für die Schaukler ungünstigen Sinn enden wird; aber sie treibt
den Karren dennoch weiter. Sie greift auch weiter um sich. Schon N.
spricht vondenweiterenFolgen.ErmeintdemRosche seinPendant.
Nun,m.H., gibalso rechtbaldNachricht.
DasLiebsteundSchönste!
N.
47)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [St.Wolfgang],2.7.[1940]
M.l.H.,
vielen Dank für Dein Brieferl vom 29. Juni. Nun, inzwischen wirst Du
ja mein Brieferl erhalten haben. Ich erwarte in Bälde die Nachricht von
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik