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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 129 -
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3.3 Briefe1940 I.Herrengasse6 Hochhaus. L.L.,m.H., ich danke Dir viele Male für Deine beiden Brieflein. Das ist recht, daß sichdieLeuteüberDich freuen!Wirhattenbisgestern schönesWetter, heute regnet’s. Ich arbeite jetzt nicht mehr so viel wie in den Tagen, in denen ich den Abschnitt Silverstolpe geschrieben habe, sondern es bildensichwiederdie schönenBureaustundenheraus.Vorgesternabend war ichbei Jannings,derheutenachBerlin reist (odervielmehr:bloß in dieNähe),undgesternwar ichbeiPeperchen. Den Stifter wirst Du freilich nicht in den Buchhandlungen kriegen (es sei denn, dass noch eine Insel-Ausgabe aufzutreiben wäre), sondern nur in jenembewußtenAntiquariat. | Dem Sándor werde ich das Abzeichen kaufen. Bitte sei auch Du so lieb,denSedlakzu fragen,wannermirmeinenMantel schickenwird. Mitder „Wehrmacht“ stehe ich inKorrespondenz.DieLeute schreiben, dass sie sich nochmals an das Wehrbez.-Kommando gewendet hätten, mit einer Darstellung der Situation. Wenn das WBK. die Sache zur Kenntnis genommen habe und danach handeln wolle, so brauche es nichtweiter zuantworten.Nun, eshat–wiees imAmtsgebrauchsein soll – nicht geantwortet, und die Leute stehen auf dem Standpunkt, es sei alles inOrdnung.Werden ja sehen.Eshängtdas natürlichauch von den weiteren Entwicklungen der Dinge ab. Wenn der Fimbul-Regen dieweiterenAktionennichthindertundwennVerlustekommen,wird man auf alle jene zurückgreifen, welche vorläufig zurückgestellt sind. Jedenfalls könnendieseMonatebisNovemberüberdenganzenKrieg entscheiden, – aber | sie müssen nicht. Es ist möglich, dass, was immer geschehe,ohneEinflussaufallesweiterebleibt. Es ist, schließlich, auch nicht meine Aufgabe, über diese Dinge, wenn sienichtganznaheliegen,nachzudenken. Ichdenkeentwederanandres oder an meine Arbeit. Ich glaube, meine Arbeit ist deshalb so schwierig, weil ichbeständigaußerordentlicheMöglichkeitensehedie ichentweder keine Zeit habe auszuführen, oder wozu ich zu faul bin oder überhaupt keine Lust habe. Die Schwierigkeit also ist die, aus einem enormen Vorrat einebeschränkteMengevonMöglichkeitenauszuwählen.Denn denganzenVorrat zuerschöpfen,dazuscheintmirdieZeitnochnicht gekommen. Es würde, was ich schriebe, verpuffen, – und man soll, für später, immer noch ein wirkliches Programm haben, nicht bloß 129
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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