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3.3 Briefe1940
durchdieUmstände schwergemacht,Ungewöhnliches zu leisten.Man
kann eigentlich doch keine Meisterwerke für die Berliner Illustrierte
schreiben.Aberdas,was ichmitdemallenmeine, ist: vielleichtwirddie
Zeit kommen, zuder ichberufen seinwerde, zu schreibenwie ich soll;
vielleichtwerdendieUmständedanndanach sein.
Das ist es,was icheigentlichgemeinthabe:dass ichmich für jeneZeit
aufsparenmuß.Undvielleicht spartmichdasSchicksalwirklich für jene
Zeit auf. –
Um die Preiselbeeren und den Honig sind wir bemüht. Die Deutschen
sollensovielweggekaufthaben.AbermitdemHonigwirdes,hoffentlich,
|gehen.
Mein Hase, wie kannst Du glauben, dass ich Deine Brieflein nicht
genau lese! Ich arbeite jetzt auch gar nicht so viel, ich bin mehr mit
derKonstruktionbeschäftigt. –Das istunangenehm,abernicht so sehr
mechanischanstrengend.
Fein,dassesDir inWiengefällt.WegenmeinerWienerWohnungweiß
ich noch nichts. Aber Pia fragte mich, ob sie sich wegen einer Wohnung
umschauen solle. Ich weiß nochnicht recht, ob es nicht doch besser ist,
wieder insHotel zuziehen.
DasLiebsteundSchönste!
d.13.
Neni.
55)AnMariaCharlotteSweceny,St.Wolfgang,<19.>9.1940
Frau
LotteSweceny
Wien
I.Herrengasse6
(Hochhaus)
L.L.,m.H.,
ichwarwiederumäußerst tüchtigundhabeeineMengeweitergearbei-
tet. Aber warum höre ich schon seit so langer Zeit nichts mehr von Dir?
Hier istwieder schönesWetter, aber ichhalteesnur füreinEinsprengsel
zwischenschlechtemWetter. Immerhinkannman’s genießen.
Also schreibmir rechtbald!
DasLiebsteundSchönste!
N.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik