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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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3 Briefe 65)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [St.Wolfgang],o.D. [Mitte April 1941] M.l.H., nunsieht esdochsehrdanachaus, alswerde ich,bevorDuhierher- kommst,nichtmehrnachWienkommenkönnen.DennausBerlinhaben sienochnichtgeschrieben, icherwarte täglichNachricht, aberdiePost kommtüberhaupt rechtunregelmäßig,und zudemsinddieFilmleute von Natur aus konfus. – Mir wäre schon sehr wichtig, dass ich den Drehbuchauftrag bekäme. Denn er spielt vor allem finanziell eine Rolle. Ich habe leider sehr viel Steuern zahlen müssen. Wenn ich aber das Drehbuchmache, so ist alles inOrdnung,undes ist auchnochetwas für weiterhin vorhanden, vielleicht sogar für ziemlich langeZeit. –Wasdie „Sizilien“ anlangt, so schweigt sich die Geschichte gleichfalls aus; und es ist auchnochnichtklar, obColbatzkyeineEingabemachenkann,dass ich, vielleicht, das Schlachtenbuch für ihn schreibe. Er ist auch selten in Berlin.Ermuß immerzuherumreisen,um|Druckereien inFrankreich undHollandzuveranlassen,daßsie für ihndrucken,unddieBuchbin- dereien, daß sie für ihn binden. So ist er, wenn was los ist, nie in Berlin. Nun,mir soll’s recht sein, andemSchlachtenbuche liegtmirohnedies nichts, und ich habe ja auch keine Lust, es zu schreiben. Mir liegt nur anden„Sizilien“etwas,undeswäreganzgut,wenndie „Wehrmacht“ dasBuchdrucken täte, eswürde, zunächst, auchgleichetwa7000Mark tragen. Daß Suhrkamp es herausbringen kann, glaube ich nicht recht. Dennder ,Mars imWidder‘ zieht sich janoch immerhin.Nun ist er zwar endlich ausgedruckt; aber wer weiß, wie lange es dauern wird, bis er, zum wenigsten mit einem Teil der Exemplare, fertiggebunden sein wird: das kann bald sein, es kann aber auch noch viele Monate dauern. Au fond sind ja dochdie Menschenbei allem,was ihnen widerfährt, selbst schuld: Lässigkeit ist gut, aber auch ihre wichtigen Angele=|genheiten betreiben sie mit solcher Lässigkeit, daß sie sich nicht wundern können, wennnichts zustandekommt.Nun,wichtig ist der ,M.i.W.‘mir jaüber- haupt nicht: ich habe beim Verlag, verhältnismäßig, so viel Schulden, daß die Schulden, wenn das Buch erschiene, ja doch nur abgedeckt würden und daß nichts übrigbliebe. Und neue Schulden, meine ich, kann ichnichtmachen,weil jaalleweiterenDrucke imMonde liegen. Im ganzen: wenn man den Leuten ein Manuskript in die Hände gibt, ist es unglaublich, was für ein Gewurstel sie damit anfangen. Sie sitzen, dumpf brütend, unter der Last der Zumutungen da und sind, wenn 140
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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