Seite - 154 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
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3 Briefe
manglaubt.GrüßmirdenO.C. schön, ich führemit ihmeine lebhafte
Schnapskorrespondenz.Vielleicht versteht erdieWendungnichtganz,
die sie genommen hat, ich kann es eigentlich nur mündlich richtig
erklären. –DasLiebsteundSchönste!
St.W.,
d.5. Juni1941.
N.
81)AnMariaCharlotteSweceny,St.Wolfgang,10.6.1941
Fr. LotteSweceny.
Wien,
I.,Herrengasse6.
(Hochhaus)
L.L.,m.H.,
vielen Dank für Deine Brieferln. Nun sitze ich freilich noch immer da
undweißnichts, undallzuwahrscheinlich,daß ichnunnochnachWien
komme, scheint mir’s nicht mehr ... Aber Du bist ja bald da, und ich
kann Dir garnicht sagen, wie ich mich darauf freue. Ich bin auch sehr
froh,daßich,wenigstens imMoment,nichtsarbeitenmuß.Eswirddann
ohnediesrechtunangenehmwerden,wennderguteMannmitdemDreh-
buchkommenwird.Aber ichgedenke,sovielwiemöglichvonderArbeit
auf ihnabzuwälzen.Wozu, schließlich,wirder einSpezialist sein!
Inzwischen genieße ich die Untätigkeit. Nur muß ich sehr viele ge-
schäftliche Briefe schreiben.Es ist ja alles in Schwebe, mit demRoman
undso... undobnunSuhrkampdie,Sizilien‘behältodernicht,undeine
Ergänzung zum Filmtreatment habe ich gleichfalls wegschicken müssen.
Dannmusste ich anKlammeraucheine Abschrift der „Inschriften“ sen-
den(„das freutdenalten|Mann“)undeinezweite, zurVervielfältigung,
andenMajorMichel. (Denn ich legeeinengewissenWertdarauf, dass
die „Inschriften“publikwerden,dievorläufigeWirkungwargroß.)Kurz,
es hat immer noch allerhand gegeben. Aber es ist mir angenehm, das
schon Vorhandene zu verwalten und nichts Neues planen zu müssen.
Denn mit dem Neuen, zum mindesten auf dem Gebiet der Bücher, ist es
wohlauf ziemlicheZeitenaus ...
M.H., sowie ichGenaueresweiß,gebe ichDir sogleichNachricht.Und
schreibeauchDumireinBrieferl, obDuDich schonvonderabscheuli-
chenFahrt erholthast. Vonden Leuten,diehier ankommen,erzählen
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik