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3.4 Briefe1941
|Koffer vomUrlaubkomme,– fastwieeinMajorodereinWachtmeister
... sehrdrollig!
Ichbin traurig,meinHase,daß ichDichnichtmehranderHasenpfote
durch den Ort führen kann. Ich habe auch gar keine Lust, in Berlin
Leutezu treffen. IchwerdevielleichtmitgewissenLeutenreden,diemir
wichtig sind, – doch nicht zum Vergnügen. Ich könnte dem Fritsche die
Ohrenausreißen,daßeralles so saublödgemachthat.
Was sindalle sogenanntenWichtigkeitengegendas,wasdieLeute für
unwichtighalten!
Küßchen,meinHase!
Wels,
d. 14.Sept. 1941
N.
Ichaß:einEi, zweiButterbroteundzwei sehrguteApfelstrudel.
92)AnMariaCharlotteSweceny,Berlin, 15.9.1941
Mein lieberHase,
ich bin recht gut gefahren und auch gut im Kaiserhof angekommen, –
wenn schon Hotel, so ist dieses das angenehmste. Aber es gibt eben gar
keinenHasen.Undüberhaupt.
Es ist etwas Neues entriert worden, – aber wird es auch gelingen? Ich
bin recht unsicher. Und ich weiß auch gar nicht, was morgen sein wird,
undwasdaetwa fürÜberraschungenkommen,unddergleichen.
Ach, ichmöchte,daßwirbeidewiederdenQuittenbaumanschauen
könnten, und Waldi würde dazu im Regen herumbellen, und abends
würde icheinbißchenimOssian lesen. Ichhabe ihnnichtmitgenommen,
wozusollte ichdemdasauchnochantun.
DasLiebsteundSchönste!
Dein trauriger
Neni.
Berlin,
d. 15.Spt. 1941
93)AnMariaCharlotteSweceny,Berlin, 17.9.1941
M.l.H.,
es ist jetzt halbzwei, und ich warte darauf, daß es vier wird; dann
nämlich kann ich, angeblich, fort. Ich habe in diesen letzten Tagen recht
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik