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3 Briefe
DerVertragvonderBavariamuß jetztbaldankommen,undmorgen
rede ich mitdem BerlinerExponenten derBavaria übermeine Beurlau-
bung.HeuteabendsredeichmitDudayindengleichenAngelegenheiten.
Freilich wird sich’s, leider, etwas verzögern, und aus dem 1. Mai wird
noch nichts werden, das sehe ich, – doch, meine ich, aus der ersten
Mai-Hälfte.
Mir ist schon recht bange nach Dir, und überhaupt ist’s hier recht fad
für mich geworden, – wenngleich – unberufen! – nicht unangenehm.
Aber ichfindegarkeineGelegenheit, irgendetwasVernünftiges zu tun,
janicht einmal zuplanen.
Ichglaubenicht, dass ichUk.gestelltwürde, sondern ichwillwiede-
rumnurbeurlaubtwerden.Das ist eigentlichdasBeste!Wennesaber
nur schon so weit | wäre! Diese Sache, die Groh vorgeschlagen hat,
möchte ich–zummindestenvorläufig–nicht ausführen.
Ich denke oft an die Zeit, zu der ich noch an den beiden Sizilien
gearbeitet habe, und mir ist, sie sei sehr ferne, und mir fehlt diese
vernünftige Arbeit sehr. Es ist mir recht zuwider, daß ich mich, wenn
ichmich überhauptbeschäftige,mit sovielUnfug befassenmuß.Nicht
daß ich arbeiten möchte: aber es wäre mir lieb, an vernünftige Dinge zu
denken.
Sodenke ichebenandenHasen.Das istmirohnediesdasLiebste. Ich
hoffe, es geht Dir schon wieder gut, und ich habe auch keine Rücken-
schmerzen mehr. Mir ist nur sehr leid um die Zeit, die ich nicht in Wien
bin.DennmögenalleSchwierigkeiten,die ichsonst indieserZeitgehabt
habe,mirVorteil gebrachthaben, –hier, inBerlin, ist dieZeitwirklich
verloren ...
Schreib rechtbaldwiederdem
Neni.
d. 22.Ap.1942
124)AnMariaCharlotteSweceny,Berlin, 23.4.1942
M.l.H.,
Deine beiden Brieflein habe ich erhalten und bin recht traurig über
die internen Schwierigkeiten, von denen Du mir schreibst. Und das
umso mehr, als jetzt wirklich nicht die Zeit zu dergleichen ist; aber
immergeschiehtesnur insolchenungeeignetenZeiten,dassdergleichen
Schwierigkeitenentstehen.
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik