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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 195 -
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3.5 Briefe1942 d.3.Mai1942 N. 129)AnMariaCharlotteSweceny,Berlin, 6.5.1942 LiebsterHase, ich habe Dir heute ein Telegramm geschickt, daß ich am Samstag nicht fahrenkann.DerGrunddavon ist, daßsich, ausmirnichtweiter überblickbaren Motiven, der Beginn der Fahrt nach Italien verzögert. Es muß das irgendwelche internen Ursachen haben, die Produktion u.s.w. betreffend. Ichwill dasauchnichtnäheruntersuchen,denn ichdenke mir schon seit einiger Zeit, daß es vielleicht ganz gut wäre, fände die ganze italienischeGeschichteüberhauptnicht statt.Dennsiewürde, je weiter sie zurückgelegtwird, immermehrmitdemUrlaubkollidieren, den ichmir, viadieBavaria, geben lassenwill. Ja ichbaueso sehrauf den Bavaria Urlaub, dass ich mir ernsthaft überlege, den Urlaub für Italien, falls ich ihndochbekäme,abzulehnen ... IchhabeheuteauchschoneinTelegrammandieBavarianachMün- chen geschickt, um recht bald zu einem endgiltigen [sic!] Abschluß mit den Leuten zu kommen, und um zu veranlassen, daß für mich der | Urlaub,überdasMinisterium,eingereichtwird.DiesenUrlaubwürde ichaber,wenndie Italienreiseausgefallenwäre,nicht erst,wie ichur- sprünglichgeplanthabe,am1.Juliantretenwollen, sondernschonetwa umden1. Juniherum.UndeswäremeineAbsicht, zunächst3Monate Urlaub(also Juni, Juli undAugust) zubeantragen. Was sagstDuzudieserWendungderDinge?Ansichwärees,wenn es so käme, wie ich’s oben geplant habe, ja günstiger. Nur wäre mir gräßlich leid, dass ich Dich dann bis Ende dieses Monats nicht sehen täte.Aber ichglaube: eswäredochbesser,wenn ichdann längereZeit Urlaub hätte und mir diese Chance nicht gefährden würde, als wenn ich jetzt – vor Italien, und nach Italien, – ein paar Tage in Wien wäre, dafür aberdergrößereUrlaub inFragegestelltwäre. Ich sitzehier inderarisiertenVilla,wodieGeisterder schwedischen JudennochdurchdieRäumegeistern,undschreibeDirdiesenBrief. Ich bin,wenngleich ichmir vorAugenhalte, daßdieWendung,welchedie Dinge genommen haben, günstiger sein kann als die Art, auf welche sie bishergelaufen,nicht sehr|glücklich.DenndasResultatmeinerÜber- legungensteht inZwiespaltmitderUnannehmlichkeit, odervielmehr Langweiligkeit, des Augenblicks. Ich bin nun fast schon zwei Monate 195
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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