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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 197 -
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3.5 Briefe1942 Heftigeres und Plötzlicheres tun. Andrer= seits versucht man’s doch immerwiederaufeinezivilereArt.Auf jedenFall:man lerntdieMen- schendabei kennen.Nur, – sie sindnicht so interessant. Sie sind,wenn sieunter einemäußerenZwangstehen, sofort soorientierungsloswie Hühner, und man merkt, dass sie auch sonst nichts mit sich selbst zu beginnen wissen. Ich glaube, wenn es auf mich allein ankäme, hätte ich schon alles in Ordnung gebracht. Aber die andern bringen einen immer wieder in Unordnung. – Nun, mein Hase, das Schönste und Liebste, und schreibmir rechtbaldeinBrieflein. Berlin, d. 6.Mai. 1942. Neni. 130)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [München],o.D. [zweite Maihälfte1942] M.l.H., in München bin ich ganz gut angekommen, wir hatten nur zwei Stun- den Verspätung. Ich gehe heute sehr früh schlafen, weil ich morgen sehr frühaufstehenmuß.Hiermachtalles einennochviel vollgestopfteren Eindruck als in Wien, – Entstopfung ist überhaupt das Problem der Welt. Mein Hase, nun kann ich Dir Tage und Tage nicht schreiben, aber immernochrascherhastDuNachrichtvonmir, alswenn ich inCharkow wäre, von dort dauern die Briefe 8 Wochen. Und in einer Woche bin ich ja wieder zurück und telefoniere mit meinem Hasen. Was tut man nicht alles, um von seinem Hasen nicht wegzukommen, – man reist sogar auf eineZeitnachRom... Recht langweilig, dasFahren! VieleKüßchen InderbayrischenHäuseranhäufung, inderNacht. N. 131)AnMariaCharlotteSweceny,St.Pölten,14.6.1942 M.l.H., in Wien habe ich nur noch die Cognacflasche geholt, für die ich Dir viele Male danke. Dann habe ich einen ganz guten Platz bekommen, und nun fährt der Zug durch den Wienerwald; an der „Holsatia“ ist er schon vorbei. Mit wäre lieber gewesen, ich hätte nach links fahren können, statt geradeauszumüssen.Es ist ein schönerAbend,unddie 197
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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