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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 210 -
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3 Briefe entscheidender Sachen dazu zu sagen hatte, so engagierten sie mich, zugleichmit einemHauptmannGais, zumEntwurfundspäter fürdas Drehbuch. Die Kohlhaasgeschichte soll nämlich als Beispiel für die neue Rechtsauffassung gebracht werden, die Angelegenheit gilt für sehr wich- tigundmanrechnetdamit,michdurchdirektenBefehl vonhochoben herunter, ausmeinemjetzigenDienstverhältnisherausziehenzukönnen. Nungibt esalso schondreiodervierAbläufe,diealledarauf zielen, mich in absehbarer Zeit herauszuholen. Es ist schwierig, alle diese Bestrebungensozu regulieren,daßsieeinandernicht stören, sondern so lange fördern,bisdiewichtigstedavonübrigbleibtunddieanderen ausscheiden.AbermitGottesHilfewill ich’s schonzusammenbringen. Heute früh mußte ich also den Entwurf besprechen, den der andre schreibt, den ich verbessre und der morgen fertigwerden soll; dann mußte ich nach Ruhleben. Dann fuhr ich auf den Kurfürstendamm zum „Lunch“; dann fuhr ich in den Grunewald, um Dienst zu tun; dann werde ich heimfahren, muß mich umziehen und werde zwei Leute von der Bavaria empfangen, um gewissen Veränderungen, die an der „Regimentsmusik“vorgenommenwerdensollen, zubesprechen;dann | muß ich wieder nach dem Westen, um zu essen, – zu „dinieren“; dann muß ich wieder in den Kaiserhof, wohin der Hauptmann Gais mit demEntwurf zumKohlhaaskommenwird,und ichmußdenEntwurf überarbeiten; dann, wenn kein Alarm sein wird, darf ich schlafengehen: merkwürdig,wasmanalleszu tunhat,wenndieeigentlicheArbeitnoch nicht imGange ist. Mein Hase, ich bin sehr neugierig, was Du mir in Deinem nächs- ten Brieferl schreibst. Daß Max F. seine Entwürfe zu Salzkammergut- Heilbädern inAppesbach inSicherheit bringenwill, finde ich rührend. Gutdagegenfinde ich’s, dass Ihr vonEurenSacheneinigesverteilt. Bitte, lieber Hase, vergiß ja nicht, mir sofort wieder Packerln zu schi- cken.DieHechtkönntemireigentlichauchwiederetwasGebackenes senden. Der Leander-Film ist ein grotesker Erfolg. Ich sage ja, dass ich vom Filmnichts verstehe. Ichhoffe sehr,DuhastDich inWienwiedereingewöhnt. Ichwollte, ich wäre auch schon wieder dort und könnte Dich an der Pfote hin- und herführen. Weil Du sonst ganz ratlos herumspringst. – Das Essen ist hier jetzt in keiner so opulenten Strähne wie anfangs September, das sind alles sozufälligeSchwankungen, jenachdemmanoft eingeladenwird, oderFischeda sind,undso. –DasLiebsteundSchönste, lieberHase! 210
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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