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Lexikon der Wehrmacht. URL: www.wehrmachtslexikon.de, Eintrag
„Kavallerie-Schützen-Regiment10“, abgerufenam19. Juli 2009).
wirklich theoretischdenken ] ImSteinFA ist einaufden26. Juli 1938
datiertes Briefkonzept LS’ an ALH überliefert, in dem es heißt: „Trotz-
demkannich Ihnennichtzustimmen,daĂź,weilwirnicht imStandesind
wirklich theoretischzudenken,wiraufgebensollten, es zuversuchen.
DieSchwierigkeiten sindwohl sehrgroĂźundwerden fastunĂĽberwind-
bar, wenn wir versuchen das Gedachte, zur Prüfung und Klärung in
Sprache auszudrücken, die so sehr mangelhaft ist. Hätte doch eigentlich
jederneueGedankeneueWortenötig.“
Le Renat oder Lerenat ] „Dafür, dass die Lernet aus Frankreich stamm-
ten,wiederDichter späterglaubenwollte,findet sichkein seriöserAn-
haltspunkt“(CharlotteGamber:Der„Fall“Lernet-Holenia.Wien:Heraldisch-
GenealogischeGesellschaft „Adler“o.D. [1999],S.12).
RenévonBar ]René I. d’Anjou(„derGute“;1409–1480) führtevon
1419–1476 den Titel eines Herzogs von Bar. „A. Lernet leitet seine ferne
Herkunft aus Frankreich ab, ich glaube, von den Dauphins du Viennois,
seinBlut ist,wie ich Ihnenbeschrieb, vollÜberlieferung[...]“ (Rainer
MariaRilke:Brief anWitoldHulewiczs, 13.November1925.Zit. nach
Rainer Maria Rilke: Briefe. 2. Band [1914–1926]. Frankfurt am Main:
Insel 1950, S.479). „Le bon roi René“ spielt auch eine Rolle bei der
RekonstruktionvondesEsseintes’GenealogiedurchPhilippBranis (A.
Lernet-Holenia: Der Graf von St.Germain, S.215). 1943 schrieb ALH an
dieNationalbibliothek inWien: „SehrgeehrteHerren, ichgestattemir
die Anfrage, ob es möglich ist, in der Bibliothek Einblick zu nehmen
in die von Quatrebarbes edierte, vierbändige Ausgabe der Werke des
Königs René von Anjou. Für Nachricht wäre dankbar Ihr mit Heil Hitler!
ergebener Lernet-Holenia“ (ders.: Brief an die Nationalbibliothek [ÖNB,
SammlungvonHandschriftenundaltenDrucken,TeilnachlassAlexan-
der Lernet-Holenia, Inv.Nr. 199/32-1]. o.O. 2. März 1943). Andererseits
kokettierte ALH Zeit seines Lebens mit einer Identität als illegitimer
Sohn ErzherzogKarl Stephans. (Rocˇek, demdieser Privatmythos in sei-
ner Lernet-Biografie zur kaum mehr hinterfragten Gewissheit wird, geht
sogar soweit,ALHsGesichtunddieTotenmaskeKarlStephanseinem
makabren physiognomischen Vergleich zu unterziehen [siehe Rocˇek:
DieneunLeben, S.30–41;366].)DieAbstammungsfragewurde inder
Zwischenzeit von ALHs Neffen Alexander Dreihann-Holenia geklärt (vgl.
AlexanderDreihann-Holenia:AlexanderLernet-Holenia:Herkunft,Kind-
heitundJugend. In:ThomasEicher/BettinaGruber [Hrsg.]:Alexander
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik