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es zustande, eine jüdischeDameallediebösenJahrehindurch in ihrer
Wohnung zu behalten. Sie hieß Dannenberg und war die Schwester des
emigrierten Feuilletonredakteurs und Theaterkritikers Richard Götz, der
in der von den Nationalsozialisten verbotenen Wiener Tageszeitung ‚Der
Tag‘ tätig gewesen war“ (Dubrovic: Veruntreute Geschichte, S.217). Inn-
grafs Hilfstätigkeiten für von den Nazis Bedrohte erwähnt auch Markus
Stein, dem seine Mutter Juliane Stein (geb. Hudelist) von mehreren
solchen Fällen berichtet hat (Markus F. Stein: Persönliche Mitteilung an
den Verfasser [E-Mail]. Wien. 6. Nov. 2009). „Bliemerl“ heißt Inngraf
schließlichbeiFriedrichTorberg (ineinemBrief an ihnvom18. Janu-
ar 1947, abgedruckt in: Friedrich Torberg: Wien oder der Unterschied.
EinLesebuch.München:LangenMüller1998,S.77).DerKosename, so
die Herausgeber in einer Fußnote zum Brief, sei zurückzuführen auf
InngrafsZeit als LeutnantbeidenAlpenjägern im1.Weltkrieg, „deren
Mütze ein Edelweiß zierte“. Der promovierte Jurist trat 1928 in den
Konzeptsdienst der Bundespolizeidirektion Wien als „Beamtenanwärter“
einundwurde1930zumPolizeikommissär ernannt.DieZeit zwischen
12. März 1938 bis 30. April 1945 war als „öffentliche Dienstzeit“ ein-
getragen („Regierungsrat“, Polizeipräsidium Wien). 1945 trat Inngraf
in den Dienst des Bundesministeriums für Inneres, wo er am 31. De-
zember 1946 zum Sektionsrat ernannt wurde. Bis zu seinem Tod am 27.
Oktober1960warer inderAbteilung4desBMI tätig; am1. Juli 1951
wurde er Ministerialrat (Werner Sabitzer: Persönliche Mitteilung an den
Verfasser [E-Mail+KurzlebenslaufDr.Alexander Inngraf].Wien,Bun-
desministeriumfür Inneres.26.Feb.2010). Inngraf istder„Dr. Inkrat“ in
DoderersEinMordden jederbegeht (vgl.Fleischer:DasverleugneteLeben,
S.371); Doderer-Biograf Wolfgang Fleischer über Inngraf (den er falsch
„Ingraf“ schreibt): „[...] er frequentierte sozusagen schon immer die
Literatencafés wie etwa das ‚Herrenhof‘ und kannte jeden Schreibenden
derStadt“ (ebd.).
Mimi ]Nicht ermittelt.
5)AnMariaCharlotteSweceny,o.O. [St.Wolfgang],o.D. [Anfang
August1938]
Brief (2S.), blaueTinte
Ihren liebenBrief ]BriefNr.4.
DennaturwissenschaftlichenArtikel ]Eshandelt sichdabeiumeinen
vonLSdemerwähntenBriefanALHbeigelegtenArtikel (nichterhalten);
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik