Seite - 237 - in Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Bild der Seite - 237 -
Text der Seite - 237 -
4 Kommentar
Phantom empires, S.113). – Der Doppelgänger ist ein Grundmotiv im
Werk ALHs (etwa in Ich war Jack Mortimer [Berlin: S.Fischer 1933] und
Die Inseln unter dem Winde [Frankfurt am Main: S.Fischer 1952]). Auch
das Motiv der den Tod herbeiführenden Begegnung mit dem eigenen
Doppelgänger, das der von ALH geschätzte Hugo von Hofmannsthal
1899 in seiner Reitergeschichte gestaltete, taucht in ALHs Werk immer
wieder auf. Dass ALHs Schaffen vom Werk Hofmannsthals beeinflusst
war, hat u.a. Reinhard Lüth gezeigt (Lüth: Drommetenrot und Azurblau,
S.107). Zur – häufig falsch bewerteten – Beziehung ALH–Hofmannsthal
siehe vor allem auch Daviau: Alexander Lernet-Holenia in der Kritik.
Verbindungen zwischen der Reitergeschichte und Mars im Widder (im
Weiteren:MW) ortetClemensRuthner: „DerRoman[steht]mit seinen
kavalleristischenVisionen inderNachfolgevonRilkesCornet undHof-
mannsthals Reitergeschichte [...]“ (Ruthner: Fatale Geschichte[n] im
„Zwischenreich“, S.8). Heimito von Doderer – ALH gegenüber stets um
Abgrenzung bemüht – kommentierte dessen Nähe zu Hofmannsthal
abschätzig: „Die seltsamsteTatsachederneuerenösterreichischenLitera-
turgeschichte ist die allmähliche Verwandlung des Hofmannsthal in den
AlexanderLernet-Holenia,wobeidieSubstanz sichetwasvergröberte“
(Tagebucheintragvom4.6.1953,Ser.n.14.082ÖNB,zit.nachWendelin
Schmidt-Dengler:Österreichals Wille,UnwilleundVorstellung. Lernet-
HoleniaunddieösterreichischeLiteratur. In:ThomasHübel/Manfred
Müller/GeraldSommer[Hrsg.]:AlexanderLernet-Holenia.Resignation
und Rebellion. „Bin ich denn wirklich, was ihr einst wart?“ Beiträge des
WienerSymposions zum100.GeburtstagdesDichters [Studies inAustrian
Literature, Culture And Thought]. Riverside, CA: Ariadne Press 2005,
S.12–24,hierS.23).
VondenFilm-Leuten ]Vermutlich stehendie „Film-Leute“ imZusam-
menhangmitdemFilmprojektMonaLisa, andemALHseitdemFrühjahr
1939 im Auftrag Carl Froelichs arbeitete (siehe auch S.234, Anm. zu die
MonaL.)–zuFroelich sieheS.245,Anm.zuCarl Froelich.
aus Hr. ] Hochrotherd, Landsitz der Familie Sweceny/Stein im westli-
chenWienerwaldbeiBreitenfurt, vgl.Kap.6.6.3.
denwunderschönenArtikel des Führers ]Gemeint istderam16. Juli
1939 in der Berliner Ausgabe des Völkischen Beobachters erschienene
Artikel Hitlers über die „Neue Reichskanzlei“ und ihren „genialen Ar-
chitekten“ Albert Speer. Mit der darin enthaltenen „dreisten Legende
vonder ,märchenhaftenBaugeschwindigkeit‘ griffenHitlerundSpeer
(vermutlichunbewußt)aufeinenseitdemMittelalterverbreitetenTopos
237
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik