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S.346). In späteren Ausgaben hat Benn die Widmung dann wieder
zurückgezogen(vgl.Rocˇek:DieneunLeben, S.302).
DieersteStrophe] InseinemAufsatz„ProblemederLyrik“sprichtBenn
von einem noch größeren zeitlichen Abstand zwischen der Entstehungs-
zeit derbeidenStrophen: „[...] beideStrophen liegenzwanzig Jahre
auseinander, ich hatte die erste Strophe, sie gefiel mir, aber ich fand kei-
ne zweite, endlich dann, nach zwei Jahrzehnten des Versuchens, Übens,
Prüfens und Verwerfens, gelang mir die zweite [...] – so lange muß
manetwas innerlich tragen, ein soweiterBogenumspanntmanchmal
ein kleines Gedicht“ (Gottfried Benn: Gesammelte Werke. Band II: Essays
& Aufsätze – Reden und Vorträge – Prosa – Stücke aus dem Nachlass –
Szenen. Hrsg.v. Dieter Wellershoff. Frankfurt am Main: Zweitausendeins
2003,S.1080).
dasDispert ]Medikament,wirdbeiGicht angewendet.
144)AnMariaCharlotteSweceny,Berlin, 11.9.1942
Brief (2S.), blaueTinte
mitD. gesprochen ]BrunoDuday.
denWaggerl ]Derösterr. SchriftstellerKarlHeinrichWaggerl (1897–
1973)warwieALHLeutnant imErstenWeltkrieggewesen;1936wur-
deerMitglieddes „BundesdeutscherSchriftstellerÖsterreichs“, 1938
schließlichMitgliedderNSDAPunddesNS-Lehrerbunds.SeineWerke
verherrlichendas ländlicheLebenundsindnicht immer frei vonantise-
mitischen Zügen. Seit 30. Mai 1939 hatte W. zusätzlich den ehrenamtli-
chenPostendes „Landesobmanns fürSchriftsteller“ im„GauSalzburg“
inne (vgl. K. Müller: Karl Heinrich Waggerl, S.222). Im Waggerl-Archiv
Salzburg (Signatur H 15.897) finden sich auch Hinweise darauf, dass
„Waggerl im Jahre1942 offenbarauch bei Lernets Versuchen, alsMitar-
beiter einesgerade inErrichtungbefindlichen ,Filmarchivs‘ eingesetzt
zu werden, behilflich war“ (ebd., S.262). W. habe nach ALHs eigener
Aussage auch für ihn vermittelt, dass er nicht als Soldat auf den Bal-
kanabkommandiertwürde(ebd.).AlsALH imFebruar1945mit einer
„fingiertenHerzattacke ineinemLazarett inSt.Wolfgang“ lag,warW.
dort als Sanitätsunteroffizier sein Pfleger (vgl. Dubrovic: Veruntreute
Geschichte, S.229). ALH revanchierte sich nach Kriegsende – ebenso
wie der bereits erwähnte Alfred Breidbach-Bernau – mit einer Unterstüt-
zungserklärung für W. zur Vorlage beim „Counter Intelligence Corps“
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Briefe 1938-1945
- Titel
- Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
- Untertitel
- Briefe 1938-1945
- Autor
- Christopher Dietz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-205-78887-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 468
- Kategorien
- Weiteres Belletristik