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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 342 -
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts sich Mühe gibt, Respekt einzuflößen und einige Jahre älter zu scheinen als er wirklich ist“30: Man begegnete sich 1865 auf einem „ländlichen Tanzboden“, tanzte miteinander, promenierte, Markus rezitierte „seinen damaligen Lieblingsdichter Heine“ („Du bist wie eine Blume“), Nanette stimmte in das Gedicht ein, und die Verbindung war hergestellt. Die LiebesleuteerlebendasKriegsjahr1866unddiedamitverbundenenEin- quartierungen, könnensicham 3.November1868endlichverlobenund heirateten schließlicham6. JanuardesFolgejahres–eineLiebesheirat, im Gegensatz etwa zur ersten Verbindung, die Markus’ Sohn Richard eingehenwürde. „Es folgen“, soMarkusselbst, „acht JahrestillenGlücks in Freude und Leid. Dann wird der Schauplatz zu eng und Wien, die langersehnteStadtöffnetuns ihreArme.“31 ManbezogeineWohnung inder Reisnerstraße,damals wieheute einegroßbürgerlicheWohnlage inderNähedesSchlossesBelvedere.DieRededesgoldenenHochzeiters schweigt sich über die Mühen, die mit der Übersiedlung nach Wien ein- hergegangenseinmüssen, aus. ImneuenDomizilwurdendieTöchter Paula (1878–1952),Emma (genannt „Emmy“,1882–1969) undHelene (1884–1945)geboren.Der Jüngste,Erwin(1885–1958), erblickte inder nächsten, größerenWohnung inderLagergasse32 dasLichtderWelt. InWienginges fürMarkusSteinnach seinerAnkunft imJahre1877 steil bergauf: Er begründete bis zu seinem Tod 1935 den Erfolg des Verlags Manz und das Ansehen der Familie Stein und entwickelte sich – in einer zwar paradigmatischen, aber dennoch beeindruckenden Kon- sequenz – vom „Sohn eines kleinen Landwirtes“33 zum angesehenen Mitglied jenerkulturtragenden,großbürgerlichenGesellschaftsschicht desKaiserreichs,die zueinemgroßenTeil ausassimiliertenJudenbe- stand. 30 M.Stein: „UnserRomanbeginnt ...“ S.[1]. 31 Ebd.Das „Leid“, vondemMarkusStein spricht, bezieht sichwohlu.a. aufden frühen TodderbeidenTöchterRosaundAnna, s.o. 32 DieLagergasse imIII. Bezirkverbindet inunmittelbarerNähedes–damalsnochnicht bestehenden–KonzerthausesdieÖtzeltgassemitdemHeumarkt. Interessanterweise wohnten im III. Bezirk weniger Juden als vielmehr „nichtjüdische Tschechen des Mittel- stands“ (MarshaL.Rozenblit:Die JudenWiens1867–1914.Assimilationund Identität [Forschungen zur Geschichte des Donauraumes, Bd. Bd. 11]. Wien–Köln–Graz: Böh- lau 1989, S.103) – möglicherweise bildete Markus’ und Nanettes Wahl ihrer Wiener Wohnadresseeinenbewusst gesetztenAssimilationsschritt. 33 K[arl]V[ölker]:MarkusStein†. In:KarlVölker (Hrsg.): JahrbuchderGesellschaft für die Geschichte des Protestantismus im ehemaligen und im neuen Österreich 1936. 57. Jahrgang.WienundLeipzig:Manz’scheVerlags-undUniversitätsbuchhandlung1936, S.167–168,hierS.168. 342
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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