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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny - Briefe 1938-1945
Seite - 344 -
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6 MariaCharlotteSweceny:VersucheinesPorträts schränkungenfürJudenaufgehobenworden,waseinenstarkenZustrom nach Wien zur Folge hatte. 1914, gegen Ende der Monarchie, besaß Wienmit ca.200.000Mitgliederndiegrößte jüdischeGemeindeWest- und Mitteleuropas.35 Wie MarkusStein identifizierten sich diemeisten dieserZuwanderer inhohemMaßemitderdeutschenKultur.Markus’ EnkelRobertStein schrieb rundeindreiviertel Jahrhundert, nachdem MarkusStein sich inWienniedergelassenhatte, überdenGroßvater: Aus demLehrerstand hervorgegangen, war er von vielseitigem Wis- sen.Grillparzerwar seinLieblingsdichter. [...]DerGeist, deraus Grillparzers Dichtung zu uns spricht, war der Geist, den Markus Stein in seinenentscheidendenBildungsjahren in sichaufgenom- men hatte. [...] Ich glaube, daß Sinn für Schönheit und ernstes Strebeneinerseits,Ablehnung jeder leichtlebigenHingabean Im- pulse des Augenblickes schon damals charakteristische Züge seines Wesens waren. Kein Freund vieler Worte, verstand er es um so besser, anderen Gehör zu schenken, wenn sie ihm Wesentliches zu sagen hatten. Daß er der geborene Verleger war, voller Ideen, aber auch mit der Fähigkeit begabt, verlegerische Möglichkeiten auf ihre praktische Durchführbarkeit zu beurteilen, versteht sich vonselbst.36 Das Klima im Hause Markus Steins beschreibt der Biograf seines Soh- nes Erwin, der Muskwissenschaftler Thomas Brezinka, folgendermaßen: Markus Stein war „nicht nur Unternehmer, sondern auch Ästhet, was sichzumBeispieldarinäußerte,daßerdiemusikalischenAmbitionen seinesSohnesunterstützte,GründungsmitgliedderWienerKonzerthaus- gesellschaft war und sicherlich auf Initiative Erwins oftmals Geld für ArnoldSchönberg spendete [...]“. DieKindergenerationwuchsalso an einer „ersten Adresse“ des Wiens der Jahrhundertwende auf: ineiner reichen,großbürgerlichen, liberalenFamilie jüdischenUr- sprungs mit weitem geistigen Horizont. Pflichtbewusstsein, „Dienst an der Sache“, Fleiß und Ausdauer, aber auch Kultur, waren die höchsten Erziehungsideale. Ein Teil der geistigen Elite des Landes – 35 Vgl.Rozenblit: Die JudenWiens1867–1914, S.12. 36 R.Stein:Festrede100JahreManz,S.3.Bezeichnenderweisegilt nunnichtmehrder unverträgliche Jude Heine als Lieblingsdichter Markus’, sondern Franz Grillparzer, der ApologetdesaltenÖsterreich. 344
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Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny Briefe 1938-1945
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Titel
Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny
Untertitel
Briefe 1938-1945
Autor
Christopher Dietz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78887-4
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
468
Kategorien
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